Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 10 (10.1908)
- Date
- 1908-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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200 No. 10/11 Wir wünschen dem jungen Verein, der bereits in unsere Turnerschaft aufgenommen wurde, zu seinem Beginnen, unserer Sache auch im Westen Berlins Anhänger zu werben, gutes Gelingen und hoffen, dass er mit dem benachbarten Bar Kochba stets in treuer Kameradschaft zusammenarbeiten wird. — Zürich. Jüdischer Turnverein. Unser junger Verein entwickelt sich günstig. Wir turnen regelmässig einmal wöchentlich unter Leitung eines Turnlehrers in einer städtischen Halle. 25—30 Turner besuchen den Turnboden. Die Gesamtzahl der Mitglieder beträgt etwa 40. Lemberg. Jüdischer Turnverein. Den opfei vollen Bemühungen unseres Obmanns, Herrn Zinn, ist es endlich gelungen, die sechste, und zwar eine H o c h s ch ü 1 e r ri e g e, zu bilden. Die Fechtriege konnte aus verschiedenen Gründen noch nicht aktiv auftreten. Die Übungen wurden während der Feiertage auf zwei Wochen unterbrochen. Die Statistik der Turnenden hat folgende Resultate ergeben: September, an 8 Abenden in 40 Riegen 656; Oktober^ an 2 Abenden in 12 Riegen 140, zusammen an 10 Abenden in 52 Riegen 796. An der V o r t u r n e r s t u n d e , die jeden Mittwoch stattfindet, beteiligten sich durchschnittlich 15 Mitglieder. — Der stark fühlbare Mangel der Kletterstangen und der schwedischen Leitern wurde von unserem Ausschussmitgliede Herrn Baruch Tartyk durch eine Spende von 120 Kbeseitigt. Auch an dieser Stelle sei ihm für seine Freigebigkeit Dank gesagt. Die erste Mannschaft unseres Fussballklubs „Hasmonäa I" nahm an den durch den Verein „Towarzystwo Labaw Ruchpwych we Lwowie" veranstalteten Wettspielen einen regen Anteil- Im ersten Match (Hasmonäa—Czarni Junior) siegte Hasmonäa mit 2:1. 'n den beiden weiteren Wettspielen unterlag unsere Mannschaft. In allen Matchs zeichnete sich besonders Herr Manner durch gewandtes Spiel aus. Die Turnstatistik zeigt, dass der junge Verein in der kurzen Zeit seines Bestehens erstaunliche Fortschritte gemacht hat. Unseren wackeren Lemberger Freunden ein herzliches Hedad! Wien. I. Wiener Jüdischer Turnverein. Unser Wiener Bruder-Verein sendet uns seinen Turnfahrtsbericht diesmal in Form eines kleinen Gedichtes, das sich „Ausflugs-Reminiszenzen" betitelt. Wir hoffen, dass die anonyme Verfasserin uns durch ihre humorvollen Verse und Ihr hübsches lyrisches Talent noch häufig erfreuen wird: Präludium: Brennend lag die Sommerhitze über Vindobonas Strassen, — Und in nah geleg'ne Wälder flüchteten die Menschenmassen. —- Sonntag war's, und jeder wollte aus der Stadt ins Freie eilen, — In Natur und Gasthaus schwelgend, in dem Wiener Walde weilen. Auch in unserm Turnvereine war ein Ausflug angeschlagen, — Und zum Rendezvousplatz strömten unsre Leute ohne Zagen. — Denn „gewartet wird nicht" konnte in des Führers Schrift man lesen, — Und sieh da, es sind auch wirklich pünktlich alle dagewesen. Nein, nicht alle — einer fehlte! Alle Blicke wurden stierer, — Denn gerade, der noch fehlte, dieser Eine war — der Führer. — Doch nach langem, bangem Harren ist auch dieser noch gekommen, — Und die Südbahn hat uns alle bis nach Liesing mitgenommen. Weiter ging's dann mit der Zweigbahn. Um den Zug noch zu erreichen, — Musst' der Führer alle Karten rasch aus eigenem begleichen. -" Rächende Nemesis walte! Wetze aus der Menschheit Scharten, — Wie der Führer uns Hess harren, Hessen wir auf's Geld ihn warten. Unser Weg, der führte aufwärts, von Rodaun zum Höllensteine, — wie, im Fegefeuer brannten wir im Mittagssonnenscheine. — Unaufhaltsam immer