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Jüdische Turnzeitung · 1908-10-01 · 10 (10.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
10 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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No. 10/11 199 Verbandsfonds. Sally Heilbrunn zur Jabrzeit seines Bruder Arthur . . M. 5,— Selma Klein geb. Lewy ............„ 3,— J. T. V. Strassburg gratuliert Julius Berger zur Geburt seines Sohnes.............., 1,— Ges. in der II. Fr.-Abt. Bar-Kochba, Berlin .... „ 3,— M. 12,— Aus der Jüdischen Turnerwelt. Breslau. Jüdischer Turnverein. Es ist gelungen, auch bei uns einen üidischen Turnverein zu gründen und es scheint, als ob in der Breslauer Gemeinde der Neugriindung ein reges Interesse entgegengebracht wird. Ohne iede Agitation meldeten sich bereits ca. 80 Mitglieder, so dass gleich eine Frauenriege angegliedert werden konnte. Der Magistrat stellte uns bereitwilligst zu äusserst günstigen Bedingungen eine städtische Turnhalle zur Verfügung. Die Leitung de"s Unterrichts liegt in Händen eines bewährten jüdischen Turnlehrers. In den Vorstand wurden die Herren Isaak P1 e s s n e r, Vorsitzender, Max Kober, Siegfried Pionkowski, Zahnarzt Qeorg Lewy und Franz Weiss gewählt. Breslau ist eine Stadt mit einer ansehnlichen Gemeinde und. regem Jüdischen Leben. Wenn wir erst jetzt als „späte Frucht" dort einen Bruderverein entstehen sehen, so dürfen wir wohl hoffen, dass unserem Bunde aui diesem günstigen Boden ein um so stärkeres und verlässlicheres Glied erwachsen wird. Unseren neuen Mitstreitern ein kräftiges Hedad! ID. Redl Charlotlenburg. Jüd. Turnverein. Seit dem 3. d. M. hat Charlottenburg?"ch einen jüdischen Turnverein, der bereits bei seiner Eröffnung eine stattliche Zahl Mitglieder jeder Altersklasse sowie zahlreiche Ehrengäste und Delegierte. '» seinen Turnräumen, Joachimsthalerstr. 30/31, woselbst jetzt jeden Dienstag Abend geturnt wird, zusammenführte. Hierbei hielt der Vorsitzende, Herr ür- A. Kahn, eine beachtenswerte Anrede. Der Zusammenschluss aller in einer Volkseinheit schlummernden, materiellen, geistigen und ethischen Kräfte Werde immer mehr als Grundprinzip der Selbsterhaltung und Erstarkung ernannt. Diese Erkenntnis und die praktische Nutzanwendung sei für keine Volksgemeinschaft so notwendig, als für eine solche, die seit Jahrhunderten w.egen ihrer Schwäche auch verfolgt und verachtet worden sei. Auch die körperliche Gesundheit und Kraft der Stammesgenossen sei unbedingt notwendig, weil in einem gesunden Körper auch der Geist gesund bleibe. Jedoch dürfte der jüdische Turner nicht in das Extrem verfallen, über die Körper- ™ege die geistigen Forderungen des Judentums zu vernachlässigen. Der u JSche Tur»er hat daher auch die Pflicht, sich die Kenntnisse der Tradition nd Geschichte zu eigen zu machen. Jede Einseitigkeit führt zur Verkümmerung und hemmt den wahren Fortschritt. Auch eine andere wichtige '»gäbe hat der jüdische Turner zu erfüllen gegenüber der feigen Selbster'eugnung vieler entarteter Sprossen des alten Stammes: nämlich charakterueh ^instenen Iur die jüdische Eigenart, bewusstes Judentum, und der vorre h"6 St°'z au* seille Zugehörigkeit zu einem alten Kulturvolk mit ruhrnicher Vergangenheit, aber ohne Selbstüberhebung und Anmassung. Erst sei der jüdische Turner der echte jüdische Mann und seiner Vorfahren dasT ~ Ein dreifacnes donnerndes Hedad dankte dem Hedner, worauf 1 «rnen seinen höchst befriedigenden Fortgang nahm.

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