Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 10 (10.1908)
- Date
- 1908-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 10/11 197 eigenen Willens zugunsten eines andern verlangen. Im Rasenspiel hat er Gelegenheit, sich in die Disziplin hineinzuspielen, und andererseits doch dabei sein Persönlichkeitsgefühl zu stärken. Unser Turnunterricht müsste mit Spielen beginnen und über die volkstümlichen Übungen und Gesellschaftsübungen zu den Einzelübungen usw. fortschreiten. Marschübungen usw. kämen dann erst in einem späteren Stadium. Das sind einige wenige von den Fragen und Gedanken, dii in diesem Zusammenhange aufgeworfen werden könnten. Mir scheint, dass unsere Vorturner berufen sind, sich damit zu beschäftigen. Soll das Turnen unter den Juden Erfolg haben, soll es sie in grösserem Masse anziehen, soll es die Möglichkeiten der - Entwickelung der Körperfähigkeiten der .Juden ausschöpfen, so muss es auf den speziellen Eigenheiten der Juden aufgebaut sein. Unsere Vorturner mögen sich bemühen, nicht nur gute jüdische Turner zu erziehen, sondern die Juden zu guten Turnern zu machen. Tarnerbrief aas der Schweiz. Von H. ß e r 1 o w i t z, Zürich. Die vielen lausende von Fremden, die hier aus allen Richtungen der Windrose zusammenströmen, um Körper und Qeist an den majestätischen "Sturschönheiten der Schweiz zu laben, wissen wohl alle möglichen Vorige dieses glücklichen Ländchens aufzuzählen, doch eines der wichtigsten ..^male dessen, was eigentliche Schweizerart ist, bleibt ihnen meist völlig verborgen, nämlich die machtvoll entwickelte Schweizer Turnerei. Bei dem gesunden Sinn des Schweizervolkes, das es seit jeher verbanden hat, den Wert einer zielbewussten Körperpflege in nationaler Hinicht zu schätzen, ist es selbstverständlich, dass die turnerische Ausbildung 'cht nur in ausgedehntester Weise in der Schule einsetzt, sondern den Höhe- Punkt turnerischer Entwickelung finden wir hier gerade in der Altersklasse im" 20~30 Jahren, und die Liebe zur anerzogenen Turnsache lässt oft auch J? sPäteren Alter nicht nach. Allerdings ist es nicht nur die Körperpflege, e den Schweizer mit grösster Lust und Liebe in den Turnverein führt, ' "dem dazu gesellt sich die Pflege schweizerischer Eigenart und nationalen j e!**es> vereint mit einer Vaterlandsliebe, die sich von jedem Chauvinismus Tu * "nd ^'esen Vereinen ihre Heimat hat. Diese Seite des nationalen 'mens kommt so recht in dem Bericht der schweizerischen Turnzeitung er das diesjährige turnerische Schwingfest in Richterswil zum Ausdruck, ua. besagt: „Ja, die Schwingfeste haben noch ihre Berechtigung, und Sch6 M mir darum' dass s'e unverfälschtes Eigengewächs, urwüchsige patjWeizerart repräsentieren, was in der gegenwärtigen Zeit des Interl&nd°na'iSrnus wahrhaftig nottut. Denn was bleibt von unserem Heimatd'ann nocht wenn unsere Sitten und Gebräuche verschwunden sind?" Und führt Weit?rn'n: »Man pflege nationale Eigenart und Gesinnung, das allein hoiJ f,u emem bodenwüchsigen Volksleben, in welchem man sich wohl und "eimatlich fühlt." ve inAu< ein fünfundsiebzigjähriges Bestehen konnten die Schweizer Turnmit se-5 lm 1 jtzten -'ahre zurückblicken, und wahrlich, dieses kleine Völkchen Tu'mb "en 3//2 ^'"ionen Seelen kann stolz sein auf die Entwickelung seiner uatioiia^e8iUn8:' ®er »Eidgenössische Turnverein", die Organisation der bei »in yereine> zählte bei dieser Gelegenheit mehr als 45 000 Turner und sehnlich <= niÖKen von etwa 35 000 frsweist sein Jahresbudget die anc"e bumrnc von ca. 70 000 frs. auf, was bei der vielseitigen Ausdehnung