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Jüdische Turnzeitung · 1908-10-01 · 10 (10.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
10 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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193 Jüdischen Turnvereinen können nur Sokollehrer oder Turnautodidakten oder Qelegenheitslehrer ohne systematische Bildung erteilen. An die Erbauung eigener Hallen können jüdische Turnvereine überhaupt nicht denken.. Es wird entweder der Saal eines ruthenischen Turnvereins samt Inventar gemietet oder sonst ein Saal gegen Monatszins, dann die Geräte sukzessive gegen Ratenzahlungen angeschafft und der Verein muss Jederzeit mit der Möglichkeit rechnen, vor die Türe gesetzt zu werden. Qe-. suche an den Bezirksschulrat um Überlassung eines Turnsaales in einer ^entliehen Schule, werden gewöhnlich abschlägig beschieden, dafür sorgen schon die jüdischen Mitglieder desselben. Ein schwerwiegender Faktor hei der Gründung und Erhaltung eines jüdischen Turnvereins ist die soziale Schichtung der galizischen Juden und ihr Standesdünkel. Turnvereine haben nur dann Existenzberechtigung, wenn sie auf demokratischer Qrundlage gegründet sind, wenn alle Mitglieder derselben, ohne Rücksicht auf Stand oder Vermögen gleich sind, gleich gewertet werden und sich gleich fühlen. Und es dürfte viel Zeit und Arbeit kosten, solche demokratischen Anschauungen ZUm Gemeingut aller luden zu machen. Die Turnidee ist hier noch nicht in die weiten Volkskreise gedrungen, s|c ist noch eine Angelegenheit des persönlichen Ehrgeizes und der Energie e'nzelnef aufopferungsvoller Männer, die ihre Ideale in Wirklichkeit um- SMZen mocnten' die ihren Traum eines moralisch und physisch starken »Muskeljudentums" verwirklicht sehen wollen. Solche Männer sind zwar noch wenig, aber ihre Zahl wächst. Exempla trahunt. Die nationalen Aufgaben des jOdischen Vorturners. Referat, gehalten auf der Vorturnerstunde der Jüdischen Turnerschaft, Pfingsten 1908, von Julius Berger, Köln. K ' Es könnte vielleicht als Uberhebung ausgelegt werden, wenn in einem m '?e v°n Vorturnern ein Nichtvorturner seine Stimme erhebt, und sich anwiK ♦ a'S Laie den Fachleuten Belehrung zu geben. Ich bin mir wohl bekön daSS meine Ausführungen keinen Anspruch auf Authentizität erheben Sc.."en> djfss jedweder von Ihnen in der Lage ist, etwaige turnerische Vordem n' d'e icfl im Laufe meiner Darlegungen vielleicht machen werde, mit tisch wicnte der aus der Erfahrung gewonnenen Uberzeugung als unpraktie{ '.""turnerisch zurückzuweisen. Nicht als ein in das Wesen des Turnens ich ei!!^edrun8:encr Turner kann ich zu Ihnen sprechen, die Legitimation, die ,„) "J'tbringe, beruht lediglich auf meiner mehr organisatorischen und adanzuTr?tiven Arbeit in einem jüidschen Turnvereine, dem in leitender Stellung habe a re"' ich seit seiner Gründung, seit mehr denn 6 Jahren, die Ehre band h scheint mir, dass bei der jungen Vergangenheit unseres Veraller 6n U"d-Seinem noch nicnt allzu grossem Umfange vorläufig die Mitarbeit Gute wiln8en an allem Not tut, und dass wir recht tun, wenn wir das "wh ne.hmen' woher es bekommen. Autorität" 'Ch also nicht den AnsPrucn darauf erhebe, von Ihnen als eine hört z °der auch nur als Sachverständiger auf turnerischem Gebiete ge¬ Uber d" werden> so darf ich andererseits darauf hinweisen, dass das Thema, Arbeit 1? ZU sprecnen ich mir vorgenommen habe, dasjenige Gebiet unserer "'cht n hrt' (Jessen Behandlung meiner Erfahrung gemäss bisher bei uns Qetentti n'cht ausschliesslich in den Händen der Vorturner lag, sondern im dass di » r°Ssen Teils ohne sie Kepf,e'tt wurde. Ich will nicht behaupten, e 'udische Seite unserer Arbeit bisher bei uns allgemein als ein Ding

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