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Jüdische Turnzeitung · 1908-10-01 · 10 (10.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
10 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Xo. 10/11 191 Interessant sind die Leistungen des 37 jährigen Amerikaners Esper, der einen Holzfuss hat und dabei 1,55 ni hoch 5 m weit springt und auch sonst ein mehr als mittelmiisiger Wetturner ist. Reges Lehen war auf den Spiel- Plötzen: ich sah einen ganz brillanten Match Lübeck-Erfurt im Faustball n,it 2 m hoher Schnur. Ferner interessierte ein aus Amerika übernommenes "^Piel „Captain-ball". bei dem es gilt, eine Art Fussball nur mit den Händen das gegnerische Goal, einen auf vier Stangen angebrachten Korb, zu werfen. Ich erwähne schliesslich noch den Fünfkampf im Schwimmen und Springen als den ersten Versuch, diese wunderbare Körperübung in den Arbeitsplan der deutschen Turnerschaft aufzunehmen. Infolge der Unerfahrenst der Obmänner war das Resultat kein einwandsfreies, jedoch hoffe ich, l'ass meine Anregungen auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Wenn ich nun das ganze Fest in der Erinnerung an mir vorüberziehen lasse, so muss ich sagen, die kolossalen Dimensionen haben eine einwandsfreie, einheitliche Leitung unmöglich gemacht. Ein Turnfestbummler konnte, wenn er wirklich von morgens bis abends auf den Beinen war, und selbst wenn fcr das Glück hatte, eine General-Eintrittskarte zu besitzen, nur verhältnismässig wenig sehen. Einem gewöhnlichen Sterblichen war es vollends ""möglich, sich ein Gesamturteil bilden zu können. Vor allem wäre eine strengere Auswahl der Sondervorführungen und Musterriegen am Platz gewesen. Trotz alledem kann Deutschland stolz darauf sein, das einzige Land /l1 sein, das ein so grandioses Turnfest feiern kann. Agitation in Galizlen. Dr. .1 o s e f K a t z - B r o d y. j Um eine wirksame Agitation für die Verbreitung der jüdischen Turnee in Galizien entfalten zu können, ist vor allem eine genaue und gründliche ennttiis der Landesverhältnisse unbedingt notwendig, zumal dieselben unmstiger und schwieriger sind als in anderen Ländern, ur u/^at clie Turnidee immer und überall mit dem Mangel an Verständnis ' . ertschätzung der Leibesübungen zu kämpfen, so ist das in Galizien in ^steigerten] Masse der Fall. Und diesen Mangel treffen wir nicht nur unter gfm Sevvöhnlichen Volke, unter den Leuten, bei denen Unwissenheit und die iiuor am clas t'''K''cne Brot stete Gäste sind> sondern auch in Kreisen der au'h .inz und hesser Situierten, wiewohl diese sowohl in der Schule' als seir 'm '~eben Gelegenheit haben, verderblichen Einwirkungen der einn* i'^en Keis%en Erziehung kennen zu lernen. Es fehlt hier das aufklärende Urul heiehrende Wort. körn 1" or*hodoxen Kreisen ist allgemein die Anschauung verbreitet, dass Ariju c ^ewe8ü,1fen und Übungen eines Juden unwürdig seien. Die "Ur a'n61"6 S'ncl uns a"en« die wir in der Agitation für die Turnsache stehen, t'r|. Izu bekannt. Jeder Jude, meinen sie, hat sich nur in der Weisheit und mitteVn.tn's. zu vervollkommnen. Sie huldigen noch gewissermassen der u'es V" rl'cl,-asketischen Weltanschauung: Vernachlässigung und Abtötung Gemein'P6rS' ZUm ^eile ^er Seele, ^ie sind sicn a1Jcn nicnt bewusst der allsacnenen. Pnysischen Schwäche der Juden, sie forschen nicht nach den Ur- •'uden .zan're'cnen Auftretens von Krankheitserscheinungen, die den '°rt veiKfnti!mlich geworden sind. Unbewusst setzen sie das Ohettolebcn hie,.' a^rLlcht'K• dass kein neuer belebender Hauch hineindringe. Es fehlt Sachen d ''«eifernde Beispiel, die stete Beobachtung wirklicher Tat- die eine Änderung in den Anschauungen sowohl der Orthodoxen

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