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Jüdische Turnzeitung · 1908-10-01 · 10 (10.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
10 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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190 No. 10/11 XI. Deutsches Turnfest in Frankfurt a. M. Bericht von J u I. .1 o a c h i m s t h a I. (Schlüsse Den ersten Teil des von Professor Körner geordneten Festzuges bildete eine historische Darstellung der Entwicklung der Leibesübungen von den Griechen bis .(ahn. Dann kamen in endlosem Zuge die Turner, und den Schluss bildeten Festwagen, Innungen und Vereine. Um 4 Uhr, während der Festzug noch andauerte, waren die allgemeinen Freiübungen angesagt. Die Übungen sind im einzelnen ästhetisch und körperlich ergiebig, jedoch zweifelte man, dass sich diese Doppelbewegungen für eine Massenvorführung von mehr als 20 000 Turnern eigneten. Mit Hilfe von sechs über den ganzen Platz verteilten elektrischen Klingeln klappten die Übungen jedoch tadellos und boten ein imposantes und schönes Bild. — Daran schlössen sich sehr einfache Keulenübungen von ca. 6000 Turnern des Mittelrheinkreises sowie auf dem Oeräteplatz die Sondervorführungen der Sachsen. An den beiden nächsten Tagen, von morgens 6 bis mittags iand das Hauptereignis des ganzen Festes statt, der „Sechskampf" Die ca. 3000 Turner, die daran teilnahmen, waren aus dem Befähigungs-Sechskampf in der Heimatstadt hervorgegangen. Und trotzdem vermisste ich sehr viel von dem, was ich kultiviertes Turnen nennen möchte, d. h. die gute Haltung, wie sie z. B. die Schweizer auszeichnet, und zwar nicht nur an den Geräten während der Übungen, sondern vor allem bei den Freiübungen, aber auch bei den volkstümlichen Übungen, beim Herangehen au das Gerät etc. Auch die Steigerung der Schwierigkeit in den einzelnen Kürübungen, der organische Aufbau, liessen oft zu wünschen übrig; besonders fiel das arri Reck auf, wo ein grosser Missbrauch mit den Riesenwellen getrieben wird, die übrigens infolgedessen bei den Kampfrichtern in Misskredit stehen! Im Gegensatz dazu sah ich ganz unglaublich schwierige und dabei tadellos ausgeführte Übungen. Ich erwähne wegen der zweimaligen Riesenfelge ellgritfs die Kürübung von Hch. Müller, Witten a. Rh., dem 2. Sieger im Sechskampf: „Aus dem Schwingen im Seithang ellgriffs Kippe rücklings in den Seitstütz rücklings. Abwerfen nach vorn. Schwungstemmen ellgriffs, zweima Riesenfelge ellgriffs. Griffwechsel zum Kammgriff, Schwungstemmen, Fussristwelle vorwärts und sofort zweimal Riesenwelle (kammgriffs) in das Handstehen. V2 Drehung links um den linken Arm, zweimal Riesenwell rückwärts tristgriffs), Übergreifen der rechten Hand nach links, Drehschwungstemmen in den Stütz vorlings, Unterschwung, Schwungstemmen und Au ' hocken in den Stand auf dem Reck, Absprung vorwärts." Als 1. Sieger ging Mahler-München hervor, wie überhaupt die Bayer den grössten Teil der Sieger stellten. Die Berliner schnitten auch hier se schlecht ab, befanden sich doch unter den ersten hundert Siegern nur «" Berliner, sämtlich Berliner Tunerschaft. I. Männerabteilung. Von den zahlreichen Sondervorführungen, hat mir am besten d - Turnen der Züricher au 12 Seitenpferden gefallen. Ich habe nie etwas An - liches. sowohl an Exaktheit des Einzelnen als der Gesamtheit gesehen, g* abgesehen von der organischen Entwicklung und Schwierigkeit der Übung; Ich bin überhaupt der Ansicht, uass wir auf dem Gebiete des Turnens von den Schweizern viel, vor allem, was Haltung und Benehmen betr lernen können. t |K Die Amerikaner. Belgier, Engländer etc. waren lange nicht so vertre ikiss sij sich mit unseren besten deutschen Turnern hätten messen könn

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