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Jüdische Turnzeitung · 1908-10-01 · 10 (10.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
10 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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No. 10/11 18; Jttdische Wanderklubs Wir berichteten im vorigen Heft über den ersten Erfolg unserer Anregung, die Gründung eines Jüdischen Wanderklubs in Frank- '»rt a. M. Aus Königsberg i. Pr., wo. wie unseren Lesern erinnerlich, vor Jahren die Gründung eines jüdischen Turnvereins am Widerstande der Offiziellen scheiterte, erhalten wir ein Schreiben, das uns von neuem zeigt, wie zeitgemäss unser Vorschlag war. Wir entnehmen demselben folgende Sätze: Wir planen hier die Gründung eines Wanderklubs, für dessen Existenz in unserer Stadt eine breite Basis vorhanden ist, und wollen nicht bis zum Sommer warten, weil wir Zeit zur festen Aneinanderkettutig erübrigen wollen, um im nächsten Winter in grösserer Anzahl solidarisch an die Gründung eines Turnvereins — das bleibt unser Ziel — herantreten zu können. Die hiesigen Verhaltnisse sind günstiger als früher, und was in Breslau erreicht worden ist, wird bei uns sicher durchzusetzen sein. Der Zähigkeit unserer Freunde wird der Krfolg nicht fehlen können. Heber die Militärtaugiichkeit der Jaden. V on Dr. Elias Auerbach- Berlin. ti Wc Franc der Brauchbarkeit für den Heeresdienst ist eine der v ich- Jut " "'f ^e '''tischen Organisationen, die sich eine körperliehe Hebung der de Cn ZUI A"'Kane machen. Denn die Militärtauglichkeit ist in den Ländern J" allgemeinen Wehrpflicht — also in tast allen europäischen Staaten — völk8r0SSarti>!Stc ^1)ersicllt üht:r tl'e körperliche Beschaffenheit der Beg kerung, und infolge der gewaltigen Zahlen, die hier auftreten, ein feines "meter für jje fördernden oder hemmenden Einwirkungen der sozialen "'stände auf das körperliche Wohl. Iii, ,'"asscn wir zunächst die deutschen Verhältnisse ins Auge, so bleiben n'M, t"t- ''lltle" erheblich hinter den Nichtjuden in der Militärtaugiichkeit zuv Ii f"le"'c'1 "'cht soviel wie judenteindliehe Autoren uns glauben machen lliOn i lm ,ah,e 1895 kame" angeblieh auf 10(1(1 Christen 11.61 Soldaten, auf I , '"den aber nur 4,92! Diese Zahlen sind jedoch mit einem grossen Fehler ist 3 tla die Einjährig-freiwilligen nicht mitberücksichtigt sind. Ihre Zahl aber bekanntlich gerade bei den deutschen .luden sehr beträchtlich. y 1 "Pin schätzt nach der allgemeinen Schulbildung bei den Christen die e7\v tler Einjährigen aui nur 5 pCt. aller Soldaten, bei den .luden dagegen aui jjl, ,a 4S PCt. der jüdischen Soldaten. Nach Einführung dieser Korrektur Won ppi" als Taugliehkeitszifter für die Nichtjuden 10,66 auf 1000 Einl'ls«?ner' fi'r tlie •l,,llt'" ai" ,,HMI "Mische Einwohner Deutschlands. Wenn VV()' ai,ch die Differenz zwischen .luden und Christen erheblich geringer ge- •lii'd 'St' so ,lleillt d(,ch die Tatsacne bestehen, dass die deutschen h. en um ein Bedeutendes in der Militärtaugiichkeit 1 ' e '' der übrige n Beviilkcr u n g z u r ii c k b 1 e i b t: n. ztiiv"-l le!les yiml mm I-,rsachen dieser Erscheinung? Wir müssen uns -ist üher die Gründe der Untaugliehkeit zum Heeresdienste klar werden.

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