Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 8/9 (8.1908)
- Date
- 1908-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 8 9 181 Wir versprechen uns viel von diesem Schauturnen, da dies das erste ist, welches vor einem fast ausschliesslich spaniolischen Publikum abgehalten wird. Die spaniolische Jugend, die in weit grösserer Anzahl als die deutschsprechende hier vertreten ist, nimmt bisher am Turnen noch gar keinen Anteil, so dass wir hoffen, dass dieser erste Versuch der Annäherung für die hiesige Turnsache von Bedeutung sein wird. Zum Schlüsse hielt unser Präsident, Herr Abramowitz, an die Versammlung eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung des Turnens hinwies l,nd den Wunsch aussprach, dass diese erste Fühlung zwischen einem spaniolischen und deutschen Verein als Beispiel für die Zukunft diene. Vermischtes. Berlin. Im Fürsorgeheim für hilflose jüdische Kinder begann Anfang j^ai unter Leitung des Anstaltsarztes Dr. L. Mendelsohn ein neuer Kursus «iir Frauen und junge Mädchen über Pflege und Ernährung der Kinder beziehungsweise des Säuglings. Nähere Auskunft und Anmeldungen im Fürsorgeheim, Artilleriestrasse 36 b. Berufswahl. Der kommende Monat wird eine Schar junger Juden vor die Berufswahl stellen. Da fallen Entscheidungen; die für die jüdische Gesamtheit kaum weniger wichtig sind als für den Einzelnen. Manch einem, oer die Knabenzeit in froher Kameradschaft mit jüdischen und nichtjüdischen •"eunden verlebte, kommt zum erstenmal die bittere Erkenntnis jener Gren- •nrf-' d'e *nn in **er *re'en Wahl seines Berufes beschränken, und die in seinem u rtCflen Stammestum ihre Ursache haben. Da heisst es für viele „entsagen" j!nd manch ein Jugendtraum wird durch die rauhe Wirklichkeit zerstört, er Mangel jener frohen Begeisterung, die all die anfänglichen Hemmnisse im rsten Ansturm nimmt, kann für das ganze spätere Berufsleben verhängnisoil werden. Da heisst es denn gehörig Umschau halten, ob nicht vielleicht °ch eine Möglichkeit Ubersehen, manch ein Hemmnis überschätzt wurde, Wi ri°T a"em sollte man *ene Ansichten unserer Qegner, die in ihrer ewigen •ederholung bei uns selbst Qehör fanden, abstreifen. Diese Forderung ist mso dringlicher, als die Statistik bereits die bedenklichen Folgen der ein- Stärit6" ^eruistat'Skeit und der damit verbundenen Ansammlung in den iin,4 o durch eine unverhältnismässig hohe Zahl jüdischer Geisteskranker una Selbstmörder belegt. Eine Jener Behauptungen, die auch von Juden nur allzu häufig kritiklos dukt'KeSPr°Chen werden> ist die: Die Juden seien zu den unmittelbar proder •n ®erufe" ungeeignet. Sie erinnert an das Gleichnis von jenem Mann, qanSeinem ^se' ein Bein abschlug und ihn nachher wegen seines hinkenden frei e^n-scnalt- ^enn die Geschichte lehrt, dass sich die Juden durchaus nicht von i h 3U* d'e mer'<:antiien Berufe beschränkt haben, sondern dass ihnen den i das Har,dwerk die Aufnahme in die Zünfte und die Bodenbesitzer eine t?"dkauf verwenrten- Das letzte Jährzehnt hat in beiden Richtungen land h 6 ^"dung zum Besseren gebracht. Wir zählen heute in Deutsch- 'n S diieitS e'ne recnt ansennliche Zahl jüdischer Handwerker, und besonders iun*e itscnland gibt es viele landwirtschaftliche Betriebe, wo jüdische »Alex h tC *ut unterKebracht werden und Tüchtiges lernen können. Die Äeeidi Cr Und ^nny Simonsche Stiftung" in Hannovei, Hansahaus, Wickel nt0rP'atz' hat sich die verdienstliche Aufgabe gestellt, die gesunde Entlicher I 5 'nnerna'b der deutschen Judenheit durch Nachweis landwirtschaftwtthre ii LStelle" zu unterstützen. Besonders befähigte junge Leuete können id ihrer Ausbildung finanziell unterstützt werden, und es kann ihnen