Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 8/9 (8.1908)
- Date
- 1908-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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182 No. 8 9 späterhin unter den günstigsten Voraussetzungen zur Selbständigkeit verholfeii werden. Die blühenden palästinensischen Kolonien, die jüdischen Bauern in Südrussland, die National Farm School in Amerika und die Erfolge der Ahlemer Anstalt sollten genügen, wenigstens bei uns Juden, die Fabel von unserer Untauglichkeit für ländliche Tätigkeit zu zerstören. In Russisch-Polen ist der Oärtnerberuf bereits heute fast ganz in jüdischen Händen. Die neuen Möglichkeiten stellen die jüdischen Eltern bei der Berufswahl ihrer Kinder vor eine grosse Verantwortung. Möge ihre Wahl so ausfallen, dass einst starke und gesunde Nachkommen ihnen dafür danken! Welche Bedeutung eine allmähliche Überleitung unseres Volkes zu einem in sich starken, lebensfähigen Organismus für die gesellschaftliche und politische Stellung der Juden innerhalb ihrer Wirtsvölker haben muss, wurde an dieser Stelle erst kürzlich erörtert. Juden In der englischen Armee. Der Chfeirabbi Adler macht infolge eines Vorschiages, ein eigenes jüdisches Detachement in der Territorialarmee zu bilden, darauf aufmerksam, dass die Juden in allen Waffengattungen des englischen Heeres bereits stark vertreten sind. Herr Adler sagt: Es ist durchaus unwahr, dass die Juden in militärischer Beziehung gleichgültig seien. Meine Berichte über das Jahr 1907 ergaben, dass sich in der Flotte und in der regulären Armee nicht weniger als 60 jüdische Offiziere, und in der Yeomanry und den Voltinteers mehr als 100 Offiziere und über 800 Mann jüdischen Glaubens befanden. Die Juden stellen einen weit höherer» Prozentsatz zu der Armee als die übrige Bevölkerung. An dem südafrikanischen Kriege nahmen nicht weniger als 3000 jüdische Soldaten in der regulären Armee und in den Hilfstruppen teil. In der Zentralsynagoge wurde ein Denkmal enthüllt für 116 jüdische Soldaten, die im Kriege ums Leben kamen. Der Vorschlag, ein Londoner jüdisches Regiment zu bilden, wird bei uns au» heftigsten Widerstand stossen, weil wir ernstlich wünschen, in andere ReS'- inenter aufgenommen zu werden, und nicht als abgesondertes Regiment zu dienen. Der englische Jude ist ausserordentlich bestrebt, die Privilegien und die Pflichten des Reiches zu teilen, dessen Bürger zu sein er stolz ist. Bücherschau. Kampfspielbuch für Turnvereine von Ernst Fischer-Hamburg. Deutsche Volkstuinbücher, Heft 40—41. Max Hesses Verlag, Leipzig. Wenn sich neuerdings in den Turnvereinen immer mehr das Be" streben bemerkbar macht, neben dem Kunstturnen in der Halle draussen auf dem Spielplatz volkstümliches Turnen und Kampfspiele zu üben, so will man damit diesen Übungen lediglich einen Platz wieder einräumen, der ihnen vom Anfang an zustand. Sagt doch schon Jahn: „Ohne Spielplatz ist ein Turnplatz gar nicht zu denken." Die neueren Bestrebungen lehnten sich vielfach an die verdienstvollen Arbeiten des Ausschusses für Volks¬ und Jugendspiele an, wir Turner aber hatten bisher keine Literatur, die die Kampfspiele unter Berücksichtigung der besonderen Erfordernisse unseres Vereinsbetriebes behandelte. Diesen Mangel will das praktische Buch des Hamburger Turnlehrers beheben. Es bietet die wichtigsten Kampfspiele in genauer Beschreibung: Fuss-, Schlag-, Faust-, Schleuder- und Orenzball und Barlauf. Die Regeln des Zentralausschusses sind beigefügt, Qeräte gen»» beschrieben, ihr Preis angegeben, ihre Form bildlich dargestellt, ebenso die Haltungen von Arm, Hand und Fuss bei Faust-, Schlag- und Fussball; Zeichnungen der Aufstellung der Spieler sind beigefügt.