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Jüdische Turnzeitung · 1908-08-01 · 8/9 (8.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
8/9 (8.1908)
Date
1908-08-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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180 No. 8/9 Stückchen unserer Reise, den Weg zu unserer End- resp. Anfangsstation an. Nochmals ergötzten wir uns an der herrlichen Waldluft, staunten und wunderten uns ob der bisher von ungekannten Fülle von Schönheit und Reichhaltigkeit an Romantik unserer engsten Heimat und marschierten um 5 Uhr in Sloup ein. Eine kurze Rast — eine schnelle Jause — und unser Wagen nahm uns wieder auf, in dem wir um Mitternacht in bester Laune, fröhlichster Stimmung in Prossnitz wieder anlangten. Prossnitz. Jüdischer Turnverein. Die hiesigen vier jüdisch-nationalen Vereine haben sich ein Vereinsheim geschaffen, wo, wie es im Rundschreiben heisst, „sie zu Hause sein wollen", um ohne lästige Beschränkungen an den gemeinschaftlichen Aufgaben zu arbeiten und die Geselligkeit zu pflegen. Aus Anlass der Ubergabe seitens des vorbereitenden Komitees an die Ausschüsse' der beteiligten Vereine fand eine interne Feier statt, bei der Tendenzreden, ernste und heitere Vorträge und Gesänge die Zeit kürzten. Wir hoffen, dass von diesem Zentrum jüdisch-nationalen Lebens eine Belebung unserer Bewegung un<j eine Erstarkung aller Vereine ausgehen wird. Konstantinopel. Israelitischer Turnverein. Die Freiheit der Konstitution sandte auch einen Lichtstrahl in den Konstantinopeler „Israelitischen Turnverein". Jeder Mangel von Vereins- und Versammlungsrecht verhinderte bisher den Verein, seine Mitgliederzahl, wie seinen Wirkungskreis zu vergrössern. Wie alles in der Türkei bis zur Verfassung fremden Schutz suchen musste, war auch der Turnverein gezwungen, den äussern Schein einer internationalen, fast philantropischen Gesellschaft zu tragen, was das Bewusstsein der nach Geradheit und Würde strebenden jüdischen Turner besonders verletzen musste. Mit den neuen Verhältnissen ist auch der äussere Zwang des Vereins gefallen, er braucht nicht mehr in zurückgezogener Bescheidenheit seine Turner in der unter österreichischem Schutz stehenden Goldschmidtschule zu vereinigen; das besonders erzieherische und wirksame Propagandamittel des Schauturnens bringt ihn in die Öffentlichkeit und wirbt für die Idee der jüdischen Turnerei. Eine besondere Ehre wurde dem Vereine zuteil durch die Aufforderung eines muselmanischen Damenkomitees W Tchifte-Havouz unter Leitung des Dr. Djemal Pascha, des Schwiegersohnes des Scheich-ul-Islam, sich am Feste zugunsten der Exilierten zu beteilig?11' Die turnerischen Leistungen, die von der Männer- und Jugendriege dargeboten wurden, bestehend in Stab- und Barrenübungen sowie Pyramiden, haben einen Beifallssturm, besonders der nach einigen Tausenden zählenden türkischen Frauen hervorgerufen. Das Organisationskomitee hatte Riza Bey beauftragt, dem Turnverein seinen besonderen Dank auszusprechen, der W einem Hoch auf die Juden ausklang. Der Vizepräsident des Vereins, Advokat Dr. Leon Schönmann, erwiderte, indem er die Türken aufforderte, ebenfalls gymnastische Organisationen zu bilden, und ihnen die volle Unterstützung der jüdischen Turner in brüderlicher Weise versprach. Die jüdischen Turner können stolz sein, das Ansehen der jüdischen Nation gehoben und ihren ottomanischen Mitbürgern bewiesen zu haben, dass sie in den Juden gleichwertige Verteidiger des ottomanischen Vaterlandes finden werden. (Die „Welt".) Konatantlnopel. Israelitischer Turnverein. Vom Sefardischen (spanio* lischen) Scnulverein in Haidar-Pascha wurde am 19. Juli zugunsten se'n*\ Schule ein Fest veranstaltet, zu welchem unser Verein zwecks Mitwirkung eingeladen wurde. An dem Feste nahmen 55 Turner aktiven Anteil, und es kamen Stab"» Barren-, Sturmlauf-Ubungen sowie Pyramiden der Herren- und Jugend-R*6* zur Ausführung. Die Turner ernteten grossen Beifall.

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