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Jüdische Turnzeitung · 1908-08-01 · 8/9 (8.1908) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
8/9 (8.1908)
Date
1908-08-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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No. 8/9 175 heit senkte sich herab. Wir gingen durch den Wald, die Bäume verschwanden im Nebel, der schmale Weg, wild und rauh, gestattete nur den Einzelmarsch. Wir mussten dicht aufgeschlossen bleiben, denn der Letzte konnte den Führer kaum noch sehen, so dicht war der Nebel. Die Eifel umgab uns in ihrer Ranzen düsteren Pracht. Der Wald, ein wetterzerzauster Hochwald, der Weg übersät mit vulkanischen Blöcken und Steinen, oder die Hochebene, rauh und kalt und kaum bewachsen, und in uns das geheime Bangen, auch Sa nicht vom Wege abgewichen zu sein, und rechtzeitig am Endziel zu landen. Dann tauchten Lichter auf, und nach einem kurzen, anstrengenden Bergmarsch sahen wir endlich vor uns im Tale Münstereifel, die alte Feste aus dem achten Jahrhundert, mit ihren guterhaltenen Mauern und Türmen, ihren uralten Strassen und Winkeln, ein vergessenes Stück Mittelalter in einem vergessenen Stückchen Erde. Nicht lange blieb uns Zeit z« betrachten, wir mussten eilen, den Bahnhof zu erreichen, von wo uns der Zug um %I0 Uhr nach Hause brachte. Die Tour war herrlich, aber sie war zu lang. Wir marschierten rund 50 Kilometer, und überwältigten dabei dreimal Berge von 270, 480 und 330 Detern. Insgesamt waren wir nach Abrechnung der Pausen über zehn Stunden marschiert. Niemand der Teilnehmer wird diese an Anstrengungen s" reiche Fahrt, die uns vormittags das wunderschöne, gesegnete Ahrtal und nachmittags und abends die öde Eifel im richtigen Eifelwetter gezeigt hatte, vergessen. J. B. Frankfurt a. M. Jüdischer Wanderklub. Unser Aufruf im Juliheft hat bereits einen erfreulichen Erfolg gehabt. Aus Frankfurt a. M. wird uns von ter Gründung eines Wanderklubs berichtet, der seine Wanderungen bereits begonnen hat. Wir wünschen dem Verein ein kräftiges Wachstum und hoffen, "&ss das Frankfurter Beispiel auch an anderen Orten zur Nachahmung an- 'euern wird. Über die erste Wanderung wird berichtet: Der am Sonntag, dem 20. September, unternommene Ausflug in den Frankfurter Stadtwald yerlief sehr angenehm. Eine für die junge Vereinigung stattliche Anzahl «wger Leute versammelte sich nach 3 Uhr am Sandhof. Von hier aus ging auf den schönsten Wegen, vom herrlichsten Wetter begünstigt, über das £°/sthaus nach der Unterschweinstiege und von dort nach Schwanheim. Der 'ihrer, ein guter Kenner der romantischen Wege, verstand es, den Ausflug ■"echt interessant zu gestalten. Von Schwanheim aus erfolgte die Rückkehr m't der Waldbahn. Die nächste Wanderung kann der Feiertage halber erst am 25. Oktober stattfinden. Näheres wird noch bekannt gegeben. Stettin. Jüdischer Turnverein. Am Sonnabend, den 13. Juni fand die ■ Generalversammlung unseres Vereins statt. Nach Verlesung der Jeschäftsberichte fand die Neuwahl des Vorstandes statt, die folgendes Ergebnis hatte: Obmann, Gustav Brandt: Schriftführer, Alfred Si- '°ni: Kassierer, Ernst Moses; I. Revisor, Max Cohn; H. Revisor, rfanz Michel. Posen. Neuer Turnverein Posen (Im Verbände der Jüdischen Turnernalt). Am Sonntag, den 23. August, fand im (larten des hiesigen Schützenjauses unser diesjähriges Sommerfest statt. Es begann um 3V4 Uhr mit m Ausmarsch sämtlicher Abteilungen vom Sammelplatz am Berdychowoer amm. Unter Begleitung einer Musikkapelle marschierten die einzelnen *e„n. au' den Festplatz, wo sie von den bereits versammelten Mitgliedern ('ästen des Vereins mit lautem „Hedad" begrüsst wurden. I ^er Festplatz war vom Vergiiügungsausschuss, der sich diesmal ganz fe«i',,|,ere ^'''le mit den Vorbereitungen des Sommerfestes gegeben hatte, stiich geschmückt. Nachdem man sich zunächst an der Kaffeetafel, bei der

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