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Jüdische Turnzeitung · 1908-08-01 · 8/9 (8.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
8/9 (8.1908)
Date
1908-08-01
Page
[Seite] (sequence 26)
Language
German
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176 No. 8/9 Herr Rechtsanwalt Kollenscher eine Begrüssungsansprache hielt erfrischt und zwei eigens zum Feste von unserem Mitgliede, Frl. D e b o r a h Ehrlich, verfasste Lieder gesungen hatte, begab man sich zu den einzelnen allgemeinen Belustigungen, die in Würfelbude, Schiessen, Tambola. Mastbaumklettern, Sacklaufen u. a. mehr bestanden. Unsere aktiven Turner und Turnerinnen bereiteten sich indessen zu dem volkstümlichen Wetturnen vor. Es wurde eingeleitet durch Freiübungen der Damenriege, die allgemeinen Beifall wegen ihrer «xakten und präzisen Ausführung fanden. Demnächst zeigte die Männerriege •Weithochsprung, Steinstossen und Schneilaufen, während die Damenabteilung uns ihre Fertigkeit im Schleuderballwerfen. Weitsprung und gleichfalls im Schnellauf vorführte. Die gezeigten Leistungen konnten nach jeder Richtung hin befriedigen. Nach dem Turnen fand die Preisverteilung statt, die folgendes Ergebnis hatte, Damenriege: 1. Preis: Fräulein Bergel mit 28 Punkten; 2. Preis: Fräulein Weinstock mit 22x/2 Punkten; 3. Preis: Fräulein Davidsohn mit 19% Punkten. Männerriege: 1. Preis Herr Sachs mit 25 Punkten; 2. Preis Herr Jüttner mit 24% Punkten; 3. Preis: Herr Qorski mit 23% Punkten. Bei Eintritt der Dunkelheit versammelten sich die Festteilnehmer im Saale des Schütze'nhauses, in dem ein aus Mitgliedern des Vereins bestehendes Cabaret-Ensemble uns vorzügliche Darbietungen brachte. Nach dem Cabaret fand noch ein Tanzkränzchen statt, das die Mitglieder und Gäste in fröhlichster Laune bis -gegen Mitternacht zusammenhielt. Wir können mit Zufriedenheit auf das schöne Fest zurückblicken. Nicht allein, dass wir unseren Mitgliedern und Freunden ein paar frohe Stunden bereiten durften, wir selbst haben den schönsten Lohn in der Aufnahme von 15 neuen Mitgliedern gefunden. Wien. Erster Wiener Jüdischer Tarnverein, Die letzten Monate standen unter dem Zeichen der sommerlichen Hitze, wir können aber nichtsdestoweniger sagen, dass der Betrieb auf dem Turnplatze und im Verein überhaupt ein ziemlich reger war. Die Sonntage benfitzten wir zum grössten Teil zu turnerischen Ausflügen in die nähere und fernere Umgebung Wiens. So beteiligten wir uns u. a. in sehr guter Zahl an dem vom innerösterr. Distrikts- Jcomitee am Sonntag, 12. Juli, veranstalteten Ausfluge nach Pressburg- Wir hatten dort auch Gelegenheit, mit einigen Herren zwecks Gründung eines jüdischen Turnvereines Rücksprache zu nehmen und es ist berechtigte Hoffnung vorhanden, dort in aller Kurze einen neuen Verein erstehen zu sehen. Am Sonntag, 2. August, unternahmen wir eine grössere Partie auf die Rax. Schon früh am Morsen, ya5 Uhr, führte uns der Vergnügungszug der Südbahn nach Payerbach - Reichenau. Von dort ging es nach Einnahme eines Frühstückes Sgen 8 Uhr über den Törlweg bergauf, bis wir um 12 Uhr oben am ipfel eintrafen und die wundervolle Aussicht genossen. Bergab benutzten -wir den herrlichen Weg über die Brandschneide nach Kaiserbrunn, dort Besichtigung des Wasserschlosses der Wiener Hochauellwasserleitung und Rückwanderung durch das Höllental nach Payerbach-Reichenau, von wo wir erst mit geraumer Verspätung gegen 1 Uhr in Wien eintrafen. Unsere Herzlfeier veranstalteten wir am Dienstag, 21. Juli, abends im Turnlokale. Nach einem von Dr. Hugo Zuckermann verfassten und unserem Vereinsmitgliede Herrn Egon Brecher vorgetragenen Prologe, hielt n«\ Dr. Berkowicz die Gedächtnisrede über Herzl's Leben und Tun. Die Feier nahm einen sehr würdigen Verlauf. Der regelmässige Winterturnbetrieb hat bereits wieder begonnen- Wir hoffen gerade vom kommenden Jahre mit Rücksicht auf die neue, Brof^ Turnhalle einen grossen Aufschwung des Vereines und erwarten, dass unsere alten Turner mit alter Energie an einer kraftigen Propaganda mithelfen. Vor* läufig wurden die Turnzeiten wie folgt festgesetzt: Minnerturnen: Montag und Donnerstag, 7—9 Uhr abends.

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