Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1908-08-01 · 8/9 (8.1908) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
8/9 (8.1908)
Date
1908-08-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4921092-5965115-5965282--2255-4925081
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 8/9 161 Sprungbrett nachmachen würden. Derselbe Ewry erzielte auch im Weitsprung ohne Anlauf den Rekord mit 3,48 m. Die beste Art des Hochsprungs mit Anlauf ist folgende: Der Springer läuft von der Seite, ie nachdem man nun gewohnt ist, rechts oder links abzuspringen, rechts resp. links an. Der Anlauf sei nicht zu lang, die Schritte kurz und schnell. Es muss eine verhaltene Kraft in dem Anlauf liegen. Trippeln und Hopsen ist unbedingt zu vermeiden. Der Absprung muss fest' und kräftig erfolgen; über der Latte muss der Springer fast wagerecht liegen. Die beste Leistung in dieser Sprungart vollbrachte Sweeney (Amerika) mit einem Sprunge von 1.971 m Höhe. Die Hauptsache, um einen guten Weitsprung zu vollbringen, ist ein guter Anlauf. Derselbe muss umgefähr 30 m lang sein, und muss von Anfang bis Ende mit gleichmässig langen Schritten, in rasender Geschwindigkeit durchlaufen werden. Der Sprung selbst geschieht von einem in die Erde Angelassenen, ca. 10 cm breiten Balken aus weichem Holz. Der Sprung selbst sei nicht zu flach, die Beine werden ganz angezogen, so dass die Knie fast die Brust berühren. 7,61 m ist die beste Leistung auf diesem Gebiete, von dem Iren O'Connor vollbracht. Ungefähr 2 m weniger sind die Durchschnittsleistungen unserer besten Turner. Der Weithochsprung wird auf dieselbe Art wie Weitsprung ausgeführt, nur dass der Sprung viel höher sein muss. Das Prinzip des Weithochsprungs ist die einfache Höhe zur doppelten Breite. Liegt beispielsweise die Latte 1 m hoch, so muss die Weite 2 m betragen. Auch hierbei scharfer Anlauf Hauptbedingung. Eine Abart des Weitsprungs ist der Dreisprung. Der einfachste ist der Sprung mit drei Schritten, also z. B. links — rechts — links und Aufsprung. Bedeutend besser, aber auch schwieriger ist der sogenannte Hop, step and lump (Hopser, Schritt und Sprung), der folgendermassen ausgeführt wird: Angenommen, der Springer springt links ab, so springt er nach dem ersten Schritt wieder auf denselben Fuss, schnellt sich sofort wieder in die Höhe, kommt mit dem rechten Fuss auf, beendet von diesem den letzten Sprung und kommt' zuletzt mit beiden Füssen auf. Sehr gebräuchlich ist der Dreisprung auf einem Bein, der allerdings ein langes Üben erfordert, weil man 2uleicht bei diesem Sprung das Gleichgewicht verliert und hinfällt. Der Rekord steht auf 15,25 m, ebenfalls von einem Irländer Stanahan aufgestellt. Der Stabhochsprung wird genau wie bei den Turnern ausgeführt, es erübrigt sich daher an dieser Stelle eine längere Ausführung darüber. Von den Wurfkonkurrenzen ist nur das Diskuswerfen, Speerwerfen und Hammerwerfen bei den Turnern weniger eingeführt. Die übrigen Stoss- und Wurfübungen werden ja in derselben Weise auch bei den Turnern geübt. Es seien hier darum nur einige kurze Bemerkungen über Diskus- und Speerwerfen gemacht, da man das Hammerwerfen, wie schon früher bemerkt, nur in Amerika kennt und mir darüber die Kenntnisse fehlen. Das Diskuswerfen wird mit einer runden Scheibe aus Eisen oder Holz, die 2 kg wiegt, ausgeführt, und zwar tritt der Ausübende in einen Kreis von 2,50 m Durchmesser, schwingt den Diskus horizontal In der rechten Hand, dreht sich {Herauf mit Aufwendung aller Kraft um seine eigene Achse und schleudert die Scheibe nach einmaliger Umdrehung nach vorne, doch ist darauf zu achten, dass der Werfer nicht über den Kreis hinaustritt, da ledes Übertreten den Wurf ungültig macht. Eine ebenso schöne Übung Ist das Speerwerfen. °ieses Qerät ist ca. 2,60 m lang und hat vorne eine ca. 50 cm lange StahlsPitze. Der Speer wird entweder in der Mitte oder am Ende angefasst und Jj'lrd, nach einem Anlauf von 10 bis 15 Metern nach vorne geschleudert. Der $Peer muss mit der Spitze zuerst den Boden berühren, andernfalls ist der wurf ungültig. Auch hierbei darf nicht über die Abwurflinie getreten werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.