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Jüdische Turnzeitung · 1908-08-01 · 8/9 (8.1908) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
8/9 (8.1908)
Date
1908-08-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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160 No. 8/9 folgendermassen ausgeführt: Der Läufer stellt sich ca. 30 cm hinter die Startlinie, nimmt dann den rechten Fuss ca. 25 cm hinter den linken Fuss, beugt jetzt beide Knie und stützt sich mit den Händen auf die Startlinie. Er steht nun wie zu einem Sprunge bereit. Auf das Kommando „Sind Sie fertig —los!" oder besser mit einem Schuss, stösst er sich mit voller Kraft mit Füssen und Händen vom Boedn ab und ist sofort in vollster Schnelligkeit. Es ist vielleicht für viele interessant, einige Höchstleistungen über kurze Strecken zu erfahren. So steht z. B. der Rekord über 100 m auf 10% Sek., über 200 m auf 21% Sek. Die erstere Zeit ist schon oft gelaufen worden, doch war es noch keinem Läufer möglich, die Leistung zu überbieten. Der Lauf über mittlere Strecken ist der schönste und wird auf folgende Art ausgeführt: Das Kriie wird beim Laufen möglichst hoch gezogen, dabei pendelt der Unterschenkel weit nach vorn. Man setze den Fuss nur auf den Zehen auf und drücke den hinteren Fuss kräftig ab. Die Ferse darf den Boden bei einem stilreinen Lauf nicht berühren. Es ist ferner darauf zu achten, dass der Schritt so gross wie möglich sei, denn je grösser und elastischer der Schritt eines Läufers ist, umso schöner und rationeller ist sein Lauf. Der Oberkörper muss vollständig aufrecht und unbeweglich bleiben, mit Ausnahme der Arme, die nicht, wie es beim Dauerlauf der Turner üblich ist, an die Brust gepresst werden, sondern in leichter Beugung die und Bewegung die Arbeit der Beine unterstützen. Beim Wettlaufen gebe man sich nicht gleich von Anfang an aus, vielmehr laufe man mit langen Schritten und mittlerer Geschwindigkeit bis ca. 300—200 m vorm Ziel. Hier beginnt dann gewöhnlich der „Spurt" (Endkampf), d. h. man läuft jetzt mit aller Kraft und Energie dem Ziele zu, seine Qegner weit hinter sich lassend (nota bene: wenn man kann). Bei den Läufen über lange Strecken, in denen es weniger auf Schnelligkeit als auf grosse Ausdauer ankommt, setze man den Fuss mit der ganzen Sohle auf, weil der Zehenschritt mit der Zeit ermüdet. Hierbei neige man auch den Oberkörper etwas nach vorn und bewege die leicht gebeugten Arme kräftiger. Das Hürdenlaufen wird gewöhnlich auf einer Bahn von 110 m Länge ausgetragen, doch haben Amerikaner und Engländer auch Hürdenrennen über 200—400 m. Bei der ersteren Art werden 10 Hürden von 1 m Höhe in Abständen von 9 m hintereinander aufgestellt, und zwar so, dass vorn ein Anlauf von 15 m und hinten ein Auslaus von 14 m übrig bleibt. Kurt Doerry schreibt in seinem Büchlein „Leichte Athletik" über das Hürdenlaufen unter anderen folgendes: „Der Läufer muss jede Hürde sozusagen im Sprungscbrrrt nehmen; der Aufsprung zur Hürde muss den Abschluss eines Laufschritts, der Niedersprung von der Hürde zur Erde den Beginn eines neuen Schrittes darstellen. Beim Überspringen der Hürde wird das Bein, mit dem abgesprungen wurde, dicht an den Körper angezogen, das andere nimmt, im Knie umgebogen, eine zur Hürde parallele Lage ein, streicht dabei gewissermassen übe die Querlatte der Hürde hinweg. Sehr wichtig ist dabei noch, jedesmal^ den Zwischenraum zwischen zwei Hürden mit drei Schritten zu durchlaufen.' Der Hochsprung wird ohne Sprungbrett, wie es ia in der Athletik überhaupt dieses Oerät nicht gibt, und über eine Latte ausgeführt. Der ™°cj£ sprung ohne Anlauf geschieht teilweise von vorne mit Schlussprung, |e'" weise von der Seite mit Flankensprung. Letztere Sprungart ist rationelle < und die darin von einigen Amerikanern erzielten Leistungen grenzen a Fabelhafte. Ray Ewry sprang bei den „Olympischen Spielen" in farish' Jahre 1900 ohne Anlauf 1,66" m. Eine unglaubliche Leistung, wenn man Dedenkt, dass es nur wenige Turner gibt, die diesen Sprung mit Anlauf

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