Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 8/9 (8.1908)
- Date
- 1908-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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158 No. 8/9 7. Jene jüdischen Kreise, die die Deutsche Turnerschaft frequentieren, kann man in zwei Gruppen teilen: die einen wollen sich assimilieren, wollen sich vom deutschen Volksmagen verdauen lassen, die anderen wollen sich zur Erschleiehung von gesellschaftlichen Vorteilen dem Deutschen, oft auch unter Preisgabe ihrer Menschenwürde anbiedern. Gegen die ersteren können wir nichts einwenden. Unser unsterblicher Herzt prägte das schöne Wort: „Es ist nichts verloren an denen, die sich verlieren." Die Zweiten aber müssen wir bekämpfen und als wildes Fleisch dem jüdischen Volkskörper ausschneiden. Aber mit diesem chirurgischen Eingriff ist die Sache noch nicht beendet, wir müssen uns auch nach hygienischen Massnahmen, nach Vorbeugungsmitteln für die Zukunft umsehen. Und wir haben ein unfehlbares Mittel, das ist die intensive und liebevolle Pflege unseres jüdischen Volkstumes. Wenn wir festhalten an unseren national-religiösen Sitten und Gebräuchen, wenn wir uns kulturell zusammenschliessen, wenn wir unserer Jugend ein nationales Ideal geben, dann sind wir wieder frisch und unbesiegbar, dann wird auch in den Merzen unserer Volksgenossen mächtigen Wiederhall finden das Wort „Juden turnt!", so wie jetzt in den unseren der Ruf: „Turner, seid Juden!" Leichtathletik. Von M. K i k o 1 e r - Berlin. Unter Leichtathletik versteht man die natürlichste und einfachste Ausführung des Sports, d. h. das Laufen, Springen und Werfen in ihren verschiedensten Arten. Die meisten Leute vermuten, wenn sie das Wort Leichtathletik hören, natürlich unter den Jüngern desselben sofort die sogenannten „starken Männer", als da sind Ringer, Stemmer usw. Während diese Art Sport eine einseitige Muskelausbildung nach sich zieht, verfolgt die Leichtathletik gerade die gleichmässige Ausbildung des Körpers. Man vergleiche nur die schlanke und och kräftige Gestalt unseres Sportsmannes mit derjenigen der Ringer und der Stemmer mit ihren kolossalen Arm- und Brustmuskeln, die in keinem Verhältnis zu dem schwachen Unterkörper und clen Beinen stehen. Auch die Tätigkeit der inneren Organe, besonders der Herzmuskeln, wird stark durch die Leichtathletik gefördert. Der bekannte Spezialist für Herzkrankheiten. Dr. Smith-Berlin, der gelegentlich der Olympischen Spiele in Athen Hunderte von Sportsleuten auf ihren Herzzustand hin untersuchte, sagt wörtlich: „Die besten Herzen fanden sich bei den Sportsleuten, die sich der sogenannten Leichtathletik (Laufen, Springen, Werfen) widmeten, und es Hess sich bei dieser Sportart auch insofern ein günstiger Einfluss aut den Herzzustand nachweisen, als nicht selten ein von Haus aus durch andere ungünstige Verhältnisse vergrössertes Herz sich durch und während der Sportübung häufig in relatvi kurzer Zeit wieder verkleinerte. Während beispielsweise der Durchschnitt der Herzprojektion bei etwa 200 Sportsleuten 87,17 cm im Quadrat betrug, zeigten die Leichtathleten 69,8, die Turner 87,o. die Radfahrer 89,5, die Fechter 98, die Schwerathleten 93,3 und die Schwimmer 99,5 cm im Quadrat der untersuchten und ausgemessenen Fälle- Da nun nach den neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen erwiesen is dass das kleinste Herz auch das unbedingt kräftigste ist, so muss man tatsächlich zugestehen, dass unser Sport gegenüber den anderen einen em'ne?ier* Vorteil birgt, ganz abgesehen davon, dass zur Ausübung weiter nichts gel"5