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Jüdische Turnzeitung · 1908-07-01 · 7 (7.1908) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
7 (7.1908)
Date
1908-07-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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134 No. 7 die hohe Bedeutung der Tatsache hin, dass sich zu der Vorturnerstunde jüdische Turner aus weitentlegenen Orten zu ernster praktischer Arbeit zusammengefunden hätten. Bei dieser Veranstaltung sei wenig gesprochen, aber um so mehr gearbeitet worden, und es sei zweifellos, dass sämtliche Teilnehmer reichen Nutzen von ihr mitnehmen. Der Redner begrüsste sodann die Vertreter der Kölner Gemeinde. Die Kölner Gemeinde, die bekannt dafür sei, dass sie ein waches Ohr für die Forderung des Tages habe, habe auch hier gezeigt, dass sie nicht zurückstehen wolle, wo es sich darum handele, werktätige Arbeit zum Wohle des Judentums zu fördern. Er dankte den Vertretern der Gemeinde herzlichst für ihr Erscheinen und begrüsste sodann den Präsidenten des Zionistischen Aktionskomitees, Herrn David Wolffsohn. Die entcnte cordiale zwischen der jüdischen Turnbewegung und dem Zionismus sei alt und eng. Beide Organisationen seien sich einig in ihrem Bestreben, der Lösung der Judenfrage dadurch näher zu kommen, dass sie sich bemühten, das Selbstgefühl der Juden zu steigern und sie zu Menschen heranzubilden, die sich ihres Wertes bewusst sind. Wenn vielleicht auch mitunter ein Wort aus den Reihen der Turnerschaft den draussen Stehenden grell und ungewohnt klinge, so möge man nicht vergessen, dass es sich um Vorturner handelt, um Kämpfer, die ihre Aufgabe darin sehen, vor der Reihe zu kämpfen und den anderen voraus in die Bresche zu springen. Darum möge die jüdische Masse die jüdischen Turner nicht im Stiche lassen. „Geben Sie uns die Möglichkeit, nicht nur Vorturner der jüdischen Turnerschaft zu sein, sondern auch Vorturner des jüdischen Volkes"! Sodann ergriff das Wort das Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Köln, Herr Dr. Mastbaum: Als Vertreter des Vorstandes der hiesigen jüdischen Grossgemeinde haben Herr Siegfried Simon und ich die Ehre und das Vergnügen, Sie auf das Herzlichste zu begrüssen. Herr Goldschmidt, der erste Vorsitzende des Repräsentantenkollegiums, bedauert ausserordentlich, durch Krankheit verhindert zu sein, der heutigen Veranstaltung beiwohnen zu können. Ich habe aus den Referaten, die in der Veranstaltung am Sonntag gehalten wurden, mit Freude entnommen, welcher Geist in der jüdischen Turnerschaft herrscht. Wie es immer war, dass die geistigen Bestrebungen schon bei den Völkern des Altertums mit den körperlichen Übungen in einem gewissen innigen Zusammenhang standen, ebenso ist es auch in unserem Vaterlande, wo die Turnerei grossartige Erfolge dadurch erzielt hat. Sie haben sich zum Ziele gesetzt, starke Menschen und bewusste Jeden heranzubilden. In diesem Streben werden alle mit Ihnen einig sein, auf diesem gemeinsamen Boden wird es der jüdischen Turnerschaft sicher leicht sein, alle Gutgesinnten zu vereinigen. Der Herr Vorsitzende des Kölner Vereins hat in seinem Referat am Sonntag die Forderung aufgestellt, dass die Disziplinierung der Juden fortschreiten möge, er bezeichnete als einen Weg dazu, die Erziehung zur gewollten Disziplin anstatt der zur Mussdisziplin. Wenn Ihnen nur dieses eine Streben gelingt, Disziplin durchzuführen, weil sie gewollt wird, und weil sie dem eigenen Verständnis entspringt, so werden Sie damit etwas leisten, was dem Judentum zum Vorteil gereicht. Dieses Selbstbewusstsein und die ideale Begeisterung mögen zurückwirken und auch Ihr Pflichtbewusstsein gegenüber dem deutschen Vatrlande stählen. In diesem Sinne heisse ich Sie willkommen und begru&se Sie im Namen des Vorstandes der jüdischen Gemeinde. (Lebhafter Beifall.)

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