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Jüdische Turnzeitung · 1908-07-01 · 7 (7.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
7 (7.1908)
Date
1908-07-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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132 No. 7 Übungen hervorheben, die von den Kölnern unter Meyers bewährter Leitung ausgeführt wurden. Sie stellten eine ganz hervorragende, vorzüglich wirkende und äusserst geschickt aufgebaute Gruppe dar, der volles Lob gespendet werden muss. Ziehen wir das Ergebnis der Vorturnerstunde, so lässt es sich nicht anders als ein erfolgreiches bezeichnen. Nicht allein um der äusseren Wirkungen willen, die auf die Kölner Turner und vor allem auf die Kölner Judenheit noch recht lange Geltung behalten mögen! Es wurde im Allgemeinen Gutes geboten und das Gebotene mit Eifer und Sorgfalt aufgenommen. Ich lege auf diese nicht minder Gewicht als auf jenen. Nichts schadet bei der turnerischen Ausbildung mehr als Flüchtigkeit. Trotz des umfangreichen Programms ist doch mit aller Gründlichkeit gearbeitet worden. Der Ernst und die unbedingte Hingabe an die Sache, die hier wirklich schwere körperliche Tältgkelt in rastloser Folge erheischten, müssen rühmlich hervorgehoben werden und geben für fernere Veranstaltungen die Gewähr, dass die Jüdische Turnerschaft noch etwas leisten kann und leisten wird. Zum Schlüsse möchte ich noch auf eine andere erfreuliche Tatsache hinweisen. Es ist dies der wirklich kameradschaftliche Geist, der Alle beseelt hat. Mit Freuden sind wir von unseren lieben Kölner Turnbrüdern empfangen und aufgenommen worden, wofür ihnen unser herzlicher Dank auch hier abgestattet sei. Um die ganze Vorturnerstunde wehte derselbe grosse Zug, der uns in Basel und im letzten Jahre in Wien beseelt hat. Der Geist der Brüderlichkeit, der unsere Reihen zusammenfügt, gepaart mit der unverrückbaren Hingabe an unsere jüdischen und turnerischen Ideale! Möge die Jüdische Turnerschaft noch recht viele Erfolge aufweisen können, wie die Vorturnerstunde in Köln! Der Pestabend in Köln. Die Kölner Tagung liegt hinter uns; und alle, die wir dort waren, sind vollbefriedigt abgereist. Vor allem wohl mit der Befriedigung, die uns Pflichterfüllung gegen uns und die Sache, der wir dienten, lieh, dann aber auch froh der Anerkennung, die der Ernst unserer Arbeit zum erstenmale im Kreise offizieller jüdischer Vertretung gefunden hat, während man anderwärts uns Jungen vielfach teilnahmslos oder ablehnend gegenüberstand. Unser Kampf gegen die Assimilation, unser Streben, vollbewusste Juden heranzubilden, findet heute allmählich in weitesten jüdischen Kreisen Verständnis. Man sieht ein, welche schätzbare Waffe wir dem Juden geben, indem wir ihm die Möglichkeit verschaffen, seine Persönlichkeit frei zu entwickeln, man erkennt an den Früchten unserer Arbeit, an den gut gebauten und gewandten jungen Juden, die unsere Turnböden bevölkern, dass unsere Arbeit wertvoll ist. Eine der ersten jüdischen Gemeinden, die den hohen Wert unseres Strebens erkannt haben, ist die altberühmte Kölner Gemeinde. Zu dem Festabend, der von unserem Kölner Bruderverein am Dienstag, den 9. Juni, zu Ehren der Vorturnerstunde gegeben wurde, entsandte sowohl der Vorstand wie auch das Repräsentanten-Kollegium der Kölner jüdischen Gemeinde ihre Vertreter, und diese entledigten sich ihres Auftrags in einer so liebenswürdigen und vornehmen Weise, dass diese Begrüssung und dieser Abend weit über das Mass von Bedeutung emporgehoben wurde, der sonst solchen Veranstaltungen eigen zu sein pflegt. Es mochten etwa 300 Gäste den festlichen Saal der Rheinlandloge füllen, als der Vorsitzende des Kölner Vereins, Herr Julius Berger, die Reihe der offiziellen Reden mit einer BegrüssiiiiKsansprache eröffnete. Er wies auf

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