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Jüdische Turnzeitung · 1908-04-01 · 4 (4.1908) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
4 (4.1908)
Date
1908-04-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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72 No. 4 Ausgaben (Obmannschaftstagung 166,85 Mark und Propaganda nur 270,50 Mark) wurde aus dem Verbandsfonds gedeckt. Welche Höhe hat der Verbandsfonds in den zwei Jahren seit seiner Oründung erreicht? Sage rund 1200 Mark. Mit dieser im Verhältnisse zu ihren Bestimmungen lächerlichen Summe sollte der Ausschuss arbeiten! Und wieviel, oder besser gesagt, wie wenig ist seit dem 3. Turntag dem Verbandsfonds zugeflossen? Leset nur die Ausweise in der Turnzeitung nach! Wenn ihr dabei seid, so seht auch nach, welche Erwartungen der 2. Turntag in den Verbandsfonds gesetzt hat und vergleicht damit, was aus ihm geworden ist. Heute kann er höcKstens noch dem Aussenstehenden verdecken, dass die Turnerschaft infolge säumiger Zahlung der Verbandsbeiträge passiv ist, und vielleicht kann er das im nächsten Jahre auch nicht mehr! Nein, liebe TurnbrUder, ihr müsst einsehen, dass das nicht so weiter gehen kann. „Fort wurschteln" nennt das der Wiener Volksmund. Wir stehen wieder auf oder noch immer auf diesem Funkt, auf dem der 2. Turntag gestanden ist: es gilt, der Jüdischen Turnerschaft eine gesunde Finanzlage zu schaffen. Ich habe 10000 Mark dazu verlangt, mochte aber nicht bürgen, dass dies für die Zwecke genügen würde, die der Referent am 2. Turntage dem Verbandsfonds setzte; er sagte: „Haben wir eine grössere Summe beisammen, so gilt es, damit zu operieren, dass wir durch Anschaffung von Broschüren, Flugschriften, durch Veranstaltungen von Tournees tüchtige Propaganda machen können, dass wir ferner durch neu zu gründende Vereine den Verband zu stärken versuchen. Und nicht etwa wird durch diese Veranstaltungen der Fonds erschöpft werden, sondern es werden ihm durch immerwährenden Zuzug neuer Kräfte Vorteile erwachsen. Umgekehrt haben unsere Verbandsbrüder dann erst an dem Verband eine starke Stütze." Zu diesem Zwecke müssen wir den Verbandsfonds gehörig stärken, das ist klar. Es handelt sich jedoch um das „Wie?". Vor allem auf die gleiche Art, wie wir ihn bisher zusammengebracht haben: 1. Durch Spenden von Freunden unserer Bewegung; 2. Aus freiwilligen Beiträgen der Verbandsvereine. Doch wie wenig ist bisher geschehen! Drei bis vier Vereine haben Spender geworben (wacker hat Berlin gesammelt) und vielleicht ebenso viele Vereine haben selbst kleinere Beiträge gespendet. Aber die meisten Vereine haben weder das eine noch das andere getan. Entweder können oder wollen sie nichts tun? Dass sie es nicht können, fällt mir schwer zu glauben, denn .liaz ist ein kleiner Verein und hat sehr oft mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, und hat doch, wenn auch nur 10 Mark gespendet. Wenn also diese Wege nicht ausreichen, so müssen wir uns nach anderen Mitteln umsehen, den Fonds zu stärken. Darüber hätte eigentlich ein Turntag nachzudenken und zu beschliessen, aber ich gestatte mir doch, einige Anregungen zu geben. Der Verband muss Qeld bekommen und doch dürfen die Vereine nicht neuerdings direkt besteuert werden. Die Finanzen unserer Vereine sind noch dazu sehr ungleich. Aber sie dürften doch das gemeinsam haben, dass sie durch Festlichkeiten, Schauturnen etc. ausserordentliche Einnahmen beziehen, deren Höhe sie nie im vorhinein beziffern können. Diese Post kann am leichtesten Abstriche zugunsten des Verbandsfonds ertragen, sei es, dass alle Vereine darin übereinkommen, dass von jedem Festertrag ein bestimmter Prozentsatz, z. B. 5 Prozent, an den Fonds abgeliefert und dieser Abzug als notwendige Auslage betrachtet werden müsse, oder sei es, dass jeder Verein jährlich je ein Fest veranstalte, dessen ganzer Reinertrag dem Fonds zufällt.

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