Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 4 (4.1908)
- Date
- 1908-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 4 Ein anderer Weg zur Vergrösserung des Fonds wäre die Herausgabe von Turnerschaftsmarken zu niedrigen Werten, etwa 2 Pfg. Die Vereine müssten sich verpflichten, alle ihre Briefe, Mitgliederkarten, Einladungen, Eintrittskarten usw., Programme für Festlichkeiten u. a. mit diesen Marken zu versehen. Das wäre keine grosse Belastung der Vereine und bildete eine ständige Einnahmequelle, des Fonds, die naturgemäss von Jahr zu Jahr wachsen würde. Ausserdem hätten die Marken nicht zu unterschätzenden agitatorischen Wert. Ferner mögen die Vereine lebende oder verstorbene verdienstvolle Mitglieder dadurch ehren, dass sie diese durch Spende oder Sammlung von 50 Mark für den Fonds zu Förderern der Jüdischen Turnerschaft machen. Endlich wäre noch zu erwägen, ob nicht unter den Turnern selbst anlässlich nationaler Feste, etwa Chanukka oder Purim spezielle Sammlungen für den Fonds eingeleitet werden sollen. So wäre Jeder Turner in der gewiss angenehmen Lage darzutun, dass er noch etwas Idealismus im Säckel habe. Ich will mich nicht weiter mit der in doppeltem Sinne undankbaren Arbeit plagen, Qeld für den Verbandsfonds von meinen lieben Turngenossen herauszubekommen und überlasse diese Sache berufeneren Personen, ich meine die Kassirer des Verbandes und der Vereine. Die Ausschussmitglieder aber müssen den Kassirern die Aufgabe dadurch erleichtern, dass sie Sinn und Verständnis für die Bedeutung des Verbandsfonds unter, den Turnern verbreiten und fördern. Denn nur dann wird die Jüdische Turnerschaft ihre grosse Kulturarbeit planmässig betreiben und erfolgreich durchführen können. Zu Pfingsten, dem herrlichen Feste, wird zu Köln am Rhein die Obmannschaft unseres Verbandes tagen. Qeehrte Obmannschaft! Was immer auch Euere Beratung bilden werde, ich rufe Euch ein Mahnwort zu, macht es zu Euerem Kampfruf: Gedenket des Verbandsfonds! Verbandsfonds. Dr. Max Zirker spendet aus Anlass seiner Hochzeit, gleichzeitig als Dank für die herzlichen Glückwünsche . . Mark 20.— Aus der Jüdischen Turnerwelt. Der Lemberger Jüdische Turnverein ist unserer Turnerschaft mit 30 Mitgliedern beigetreten, Hedad! Sommerkampagne. Nun, da der Winter ausgespielt hat, wird es leerer werden auf unseren Turnstätten. Wer nicht allzu einseitig auf die alleinseligmachende Turnerei eingeschworen ist, dem wird das nicht allzu leid tun. Weiss er doch, dass die abwesenden Turnbrüder anderswo bei Spiel und Sport, im Bade oder auf froher Wanderung Erholung und Kräftigung suchen, und so unsere Turnerei zu einer allseitigen, harmonischen Körperkultur ergänzen. Das soll nun aber nicht besagen, dass wir im Sommersemester auf deren Mitarbeit verzichten sollen., Im Gegenteil, sie haben recht und wir sollten ihnen entgegenkommen. Unsere Turnerei wäre wahrlich arg despotisch, wollte sie uns an schönen, warmen Sommerabenden in die Turnhallen zwängen und uns den Qenuss froher Leibeszucht in freier Luft missgönnen. Schon Jahn und Pfuel scheuten es nicht, gleichzeitig mit dem gewaltigen Bau der deut-