Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 4 (4.1908)
- Date
- 1908-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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64 No. 4 Wenn wir dann das schöne Fest des Pessach feiern und uns erinnern des Frühlings, den in jenen alten Zeiten unser Volk erlebte, dann festige sich wieder unser Glaube an einen Frühling der Zukunft und dieser Glaube werde zur unwiderstehlichen Forderung. Wenn wir in späterer Zeit dann fragen: „Womit unterscheidet sich diese Nacht von anderen Nachten?" So mögen wir es doch nicht nur in Erinnerung an die graue Vorzeit, sondern das Auge auf jüngste Vergangenheit gerichtet, aussprechen dürfen: „Unfreie waren wir im fremden Lande, da ward ein göttlicher Gedanke in uns erneut von Freiheit, Würde und Selbständigkeit, der uns hinausführte aus einer Welt, in der wir uns selbst nicht angehörten und uns befahl uns unsere eigene Welt wieder zu erobern mit kräftiger Faust und kühn gestrecktem Arm. Dr. Oscar Nacht. Was erwarten wir von der Vortnrnerstnnde? Der Wiener Turntag hatte unsere Vereine zum erstenmale turnerisch näher gebracht und gezeigt, wie nötig praktischer Austausch, vergleichende Bildung des Stoffes und vor allem eine sachliche Kritik sind. Wichtige Fragen, wie Entwickelung der Übungen, Hilfeleistung und besonders Turnsprache, bedurften einer Aufklärung, die wir uns für die diesjährige Vorturnerstunde aufsparen mussten. An die vorgeführten Übungen wird sich daher zunächst eine technische Kritik ihrer folgerichtigen Entwickelung schliessen. Die Bedeutung der Kölner Tagung wird aber in den mannigfachen Anregungen liegen. Jeder Verein hat seine turnerische Eigenart und „sein" Qerät. Da wird es denn viel zu lernen geben. Die Fragen: Was haben unsere Vorturner für Fortschritte gemacht? Was haben wir gelernt? Was müssen wir noch lernen? werden naturgemäss die Vorturnerstunde beherrschen. Die Einheitlichkeit der Turnsprache innerhalb unserer Verbandsvereine hat sich schon längst als Bedürfnis herausgestellt. Es ist vom Wiener Turntag Ja auch eine Kommission, bestehend aus Dr. Blum-Berlin, Turnlehrer Pollak-Wien und Turnwart Meyer-Köln eingesetzt worden, mit der Aufgabe, einen Leitfaden für unsere Turnvereine abzufassen. Die Arbeit dieser Konimission ist für Köln aktuell, Vorschläge hierzu sind daher besonders willkommen. Gleichzeitig wird die Mitteilung aufzunehmen sein, dass seitens des Verbandsausschusses die Herausgabe einer hebräischen Ubersetzung der gebräuchlichsten turntechnischen Ausdrücke geplant wird, die besonders in Palästina dringend geboten ist. Also schon auf rein technischem Qebiet können wir eine reiche Lese halten, wenn Jeder Verein seine Pflicht tutt Die erste Vorturnerstunde der Jüdischen Turnerschaft In Köln. Von Julius Berger-Köln. Der ersten Vorturnerstunde der Jüdischen Turnerschaft, die Pfingsten in Köln stattfinden wird, legen die Kölner Turner eine grosse Bedeutung