Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 3 (3.1908)
- Date
- 1908-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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42 aus rein idealen Qründen, um nicht abseits zu stehen, sondern mitzuhelfen am grossen nationalen Werke. Später kostete ich dann die Freude des Turnens am eigenen Leibe. Und wie ist es heute? Jetzt kann ich ohne meine Turnabende nicht mehr leben, ich vermehre sie, wo ich kann, sie sind meine schönste Erholung geworden. Hier fühle ich mich frei und wohl, vor mir das hohe Ziel: die körperliche Regeneration unseres Volkes. Wir brechen ... Von Abraham Reisen. Die Augen glühen rot wie Blut, Die Herzen schlagen voll Kraft und Mut — Wir steh'n vor der festgefügten Wandj Und Hacke und Beil schwingt jede Hand — Wir brechen, wir brechen! Die Wand ist gemauert gar fest und dick, Sie sperrt uns den Weg zu Leben und Glück, Verstellt uns die liebe Sonne und macht Den heiteren Tag uns zur finsteren Nacht, Wir brechen, wir brechen! Und saust von der Mauer ein Block herab Und stürzet den Vorinann ins finstere Grab — Wir anderen bleiben an unserem Ort, Wir arbeiten weiter und laufen nicht fort — Wir brechen, wir brechen! Die Arbeit ist mühsam, die Arbeit ist schwer, Drum sammelt euch, Brüder, und eilet hierher, Und schwinget kraftvoll die sehnige Hand — Wir wollen die hohe, die finstere Wand Zerbrechen, zerbrechen! . . . (Unsere Hoffnung.) (Aus dem Jüdischen von Jochanan Thau.) Das Küren im Programm unserer Schauturnen. Von Fritz Abraham (I. M. A. Bar Kochba-Berlin). Das Programm unserer Schauturnen beruht in seinem Grundriss auf althergebrachter Überlieferung. Es zeigt uns anfangs den Turner im engen Zwange strengster Disziplin und führt uns in schrittweiser Entwicklung zum Küren, wo der einzelne, lediglich der Selbstzucht überlassen, Gelegenheit findet, bei voller Entfaltung seiner turnerischen Persönlichkeit bei der Gestaltung des Gesamtbildes organisch mitzuwirken.