Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 9 (1908)
- Issue
- 2 (2.1908)
- Date
- 1908-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2 27 zugleich auch darin liegt, dass wir unsere Mitgliederliste und unsere Finanzwirtschaft auf eine richtige, der wahren Sachlage entsprechende Grundlage gestellt haben. Die Männerriege turnte regelmässig am Mittwoch abend in der Turnhalle der städtischen Knaben-Mittelschule in der Naumannstrasse. Die Leitung lag in den Händen des Herrn Carl Adler. Geturnt wurde an 52 Abenden von insgesamt 1024 Turnern, so dass sich ein Durchschnittsbesuch von 20 Turnern ergab. Die Alte-Herrenriege turnte nur. in den Sommermonaten in einer Stärke von 5—8 Mann. Momentan ist jedoch der Betrieb wieder ganz eingestellt. Die Vorturnerstunde, die regelmässig am Montagabend in derselben Turnhalle stattfand, wurde ebenfalls von Herrn Adler geleitet. Sie wurde durchschnittlich von etwa 6 Vorturnern besucht. Es ist , auch in diesem Jahre streng darauf geachtet worden, dass nur Mitglieder, die vermöge ihrer turnerischen Fertigkeit als Vorturner praktisch verwendet werden konnten, zur Übungsstunde der Vorturnerschaft zugelassen wurden. Die Prauenriege, der 80 Damen angehören, hat in der Turnhalle Naumannstrasse an den Dienstagabenden geturnt. Es sind 47 Turnstunden abgehalten worden mit einer durchschnittlichen Beteiligung von 25 Damen. Die Leitung dieser Turnstunden lag im ersten Teile des Berichtslahres Herrn Zahnarzt Risch, alsdann Herrn Henry Cohn ob.' Neu eingerichtet wurde im Berichtsjahre ein Turnabend zur Ausbildung von Vorturnerinnen für die Frauenriege. An diesem Kursus, der unter Leitung des Herrn Kaiser stattfand, nahmen im Durchschnitt 8—9 Damen teil. Zur Teilnahme an diesem Kursus wurden nur diejenigen Damen zugelassen, die durch ihr? Leistungen den Nachweis erbringen konnten, dass sie erhöhten turnerischen Anforderungen genügen. In den Vorturnerinnenstunden wird auf systematische Ausbildung im Vorturnen vornehmlich Wert gelegt. Es ist auch bereits gelungen, einige vom Vereine selbst ausgebildete Vorturnerinnen als solche zu verwenden. Die Zöglingsriege, die im vorausgegangenen Jahre zurückgegangen war, ist im Berichtsjahre durch den Eifer ihres Leiters, des Herrn Jakob Elias, wieder auf die alte Höhe gebracht worden. An 48 Stunden die an den Donnerstagabenden in der Halle des Königl. Friedrich Wilhelms- Gymnasiums abgehalten wurden, haben 713 Turner teilgenommen. Es haben sich mithin an jeder Stunde ca. 15 Zöglinge beteiligt. Turner mär sehe sind von allen Abteilungen des Vereins —- sowohl einzeln als auch zusammen — veranstaltet worden. Das Ziel der Märsche bildeten: Mrowino, Unterberg, Golenhofen, Elsenmühle-Plantagenhaus, Luban-Unterberg, Eichwald, Kobylepole, Wolfsmühle. Unter der Ungunst der Witterung im Sommer hatten auch unsere Ausflüge stark zu leiden. Sie sind seltener als in den früheren Jahren veranstaltet worden und haben sich nur eines geringeren Besuches als früher erfreut. Ausserordentlich gut besucht waren die Ausflüge, die von allen Abteilungen gemeinschaftlich veranstaltet worden sind. Es waren dies die Ausflüge nach Samte r zum ersten Stiftungsfeste des dortigen Brudervereins und die Motorbootfahrt nach Luisenhain. Wenn auch dem Wunsche der Mitglieder, nach gemeinschaftlichen Ausflügen, der sich in dieser Tatsache ausspricht, in Zukunft mehr als bisher entsprochen werden soll, so muss doch auf der anderen Seite betont werden, dass die Vorzüge der Turnmärsche nicht so sehr in der Geselligkeit als vielmehr in der körperlichen Übung und in der rörderun«; des Verständnisses für die Natur liegen. Diese Zwecke werden aber gerade bei den gesonderten Veranstaltungen von Turnmärschen besser