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Jüdische Turnzeitung · 1908-02-01 · 2 (2.1908) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
2 (2.1908)
Date
1908-02-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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28 No. 2 erreicht, weil bei ihnen auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der einzelnen Abteilungen mehr Wert gelegt werden kann. Insbesondere soll bei dem Ausflug der Männerabteilung darauf geachtet werden, dass die Mitglieder durch allmähliche Steigerung dahin gebracht werden, auch grössere Fusstouren als Vergnügen zu empfinden. Es wird daher in Zukunft mehr als im letzten Jahre einer systematischen Ausgestaltung der Märsche die besondere Aufmerksamkeit des Vereins zugewandt werden müssen. Für die Turnspiele war in diesem Jahr von der Königl. Kommandantur ein geeigneter Platz an der Bukerstrasse zur Verfügung gestellt worden. An den Veranstaltungen der Turnspiele haben sich die Männer- und Zöglingsriege beteiligt. Der Durchschnittsbesuch betrug 16 Mann. Das überaus ungünstige Wetter hat auch hier den Betrieb erheblich beeinträchtigt. Im Fechtkursus haben wir die gewünschten Erfolge erzielt. Nachdem die ersten Kurse beendet waren, haben deren Teilnehmer neue Kurse eingerichtet. Es ist letzt bereits eine grössere Anzahl von Mitgliedern im Säbelfechten ausgebildet. Wir werden im laufenden Jahre einer noch grösseren Anzahl von Mitgliedern Gelegenheit geben können, sich an den beliebten Fechtkursen zu beteiligen. Als Fechtlokal dient ein von Herrn Paradis im Hause Alter Markt 41 zur Verfügung gestellter, überaus geeigneter Raum. Die Stunden werden von den Teilnehmern frei vereinbart. Die Leitung der gesamten Fechtabteilung lag Herrn Dr. Manasse ob. Die Versuche zur Bildung einer alten Herrenriege wurde von neuem autgenommen. Es hat sich die alte Schwierigkeit herausgestellt, ein Fortschritt ist aber insofern zu verzeichnen, als wenigstens längere Zeit hindurch einige Herren sich regelmässig zur Turnstunde eingefunden hatten. Es wird dies für den Verein ein Ansporn bilden, den Versuch nunmehr nicht wieder aufzugeben. Wir richten an unsere älteren Mitglieder den dringenden Ruf. uns in diesem Zweige unserer Arbeit durch eifrige Teilnahme zu unterstützen. Der Frage der Geselligkeit wurde wieder Raum gegeben. Im Februar hielt Herr Dr. Blöde aus Nürnberg vor einer grösseren Anzahl unserer Mitglieder im Sternschen Saale einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen V o rt r a g, an den sich ein geselliges Zusammensein schloss. Im März veranstaltete die Frauenriege ebenfalls im Sternschen Saale ihr übliches Purim-Kränzchen in Form eines Kostilmfestes: Eine Nacht in Monte Carlo. Im August beteiligten sich etwa 100 Damen und Herren am ersten Stiftungsfest des Vereins in Samter. Unsere Turner und Turnerinnen beteiligten sich dort an den Frei- und Oerätübungen. Am 30. November fand in den Sälen des Apollo-Theaters unser fünftes Stiftungsfest statt. Das Schauturnen fand bei den zahlreich erschienenen Gästen vollste Anerkennung und zeigte vor der grösseren Öffentlichkeit die Fortschritte unseres Vereins. — An dem dritten Turntage, der vom 19.—21. Mai in Wien stattgefunden hat, war unser Verein durch die Herren Elias, Dr. Koenigsberger, Sachs als Delegierte vertreten. An dem Verbandsturnen in Wien beteiligten sich von unseren Turnern die Herren Elias, Jüttner, Sachs, Schwarz. Der Verbandstag hat nicht nur bei den Teilnehmern, sondern auch bei der Gesamtheit unserer Mitglieder das Gefühl der Zusammengehörigkeit zur jüdischen Turnerschaft gestärkt und befestigt. Unser Dank gebührt unsern Mitgliedern, die praktisch durch ihre Arbeit und ihr Interesse mitgeholfen haben, die Aufgaben unserer Satzung, Förderung der körperlichen Ausbildung der Juden, zu erfüllen. Unser Dank kann sich jedoch leider nicht auf alle Mitglieder unseres Vereins erstrecken. Immer noch gibt es Lässige und Säumige, die das hohe Ziel, das wir uns gestellt haben, nicht an die Arbeit zu bringen vermocht hat. Mögen sie im

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