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Jüdische Turnzeitung · 1908-02-01 · 2 (2.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
2 (2.1908)
Date
1908-02-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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No. 2 25 vorschreibt, holt mit geschlossenem Munde recht langsam, ruhig und tief Luft, behält sie so lange innen, bis man „nicht mehr kann", und atmet sie dann mit raschem Stösse aus. Während des Luftholens und der Atemhaltung zählt man leise im Sekundentempo oder verfolgt den Zeiger der Uhr und wird finden, dass man es bei starker Brust zuerst nur auf 60 bis 70 bringt, während Brustschwache schon bei 10 ermatten. Geübte Taucher können unter Wasser den Atem sogar bis 180 (3 Minuten) anhalten. Diese Übung ungefähr 10 bis 20 mal hintereinander, vielleicht morgens und abends, regelmässig gemacht, stärkt die Lunge, kräftigt die; Brust, trägt überhaupt zur Qesundung des ganzen Körpers wesentlich bei. Für die Lunge und die sauerstoffhungrigen Blutkörperchen bildet solche Atemholung eine Hauptluftmahlzeit. Bei unserm gewöhnlichen oberflächlichen Atmen tritt immer nur eine oberflächliche Ventilation der Lunge ein, besonders in den Lungenspitzen, den berüchtigten Brutstätten der gefährlichsten Krankheitskeime. Bei dieser Atemhaltungsübung aber tritt plötzlich ein voller Luftzug in die äussersten Lungenwinkel ein, als wenn man in einem Zimmer, in welchem bisher nur ein oberer Fensterflügel etwas geöffnet war, mit einem Male alle Fenster und Türen aufmacht. Eingesunkener Brustkorb, krumme Haltung, einseitiger Druck auf die Lungen, z. B. beim Schreiben auf die rechte, — alle diese Qesundheitsfehler werden durch eine fortgesetzte Atemkur beseitigt. Man muss aber stets ganz besonders die Spitzen der Lungen voll Luft saugen, was man noch dadurch unterstützen kann, dass man die Schultern zugleich langsam hebt. Das beste Beispiel bildet der stark ausgebildete Brustkorb der Schwimmer; nicht so sehr die Muskeltätigkeit als das langsame Einziehen und schnelle Ausstossen der Luft verleiht passionierten Schwimmern den auffallend entwickelten Thorax. Das deutsche Turnen trägt der Atmungsgymnastik leider weniger Rechnung, als das schwedische. Im Qrunde aber sind ja alle Leibesübungen mehr oder weniger Atmungsübungen. Dauernde Kraftübungen sind der Atmung kaum zuträglich, übermässiges Laufen, Radfahren und Rudern oder übertriebenes Fussballspiel wirken sogar schädlich („Japsen"). Besondere Atmungsübungen sind zur Erlernung des Tiefatmens und zur Erreichung guter Haltung notwendig. Die wichtigsten unter ihnen sind: Armkreisen im Seitgrätschstand, Vor-, Seit- und Rückführen der Arme, Rumpfbeugen, Heben zum Zehenstand. Im Liegestütz: Armbeugen mit Einatmen, Armstrecken mit Ausatmen. Schulterheben und Kniebeugen. Alle Übungen müssen selbstverständlich in staubfreier, frischer Luft ausgeführt werden. Aus der Jüdischen Turnerwelt. Die Vereine werden dringend tun Einsendung ihrer Berichte ersucht. Bar Kochba, Berlin. Am 8. Februar konnten wir den längst angekündigten Vorturnerkursus unter Burins Leitung beginnen lassen. Zweifellos wird uns Burin einen grossen Teil der 20 Teilnehmer zu tüchtigen Vorturnern ausbilden. Nichtangehörige des Kursus können Sonnabends nicht auf dem Turnboden geduldet werden. Es ist sehr zu wünschen, dass es unseren Turnwarten gelingen möge, die Heranbildung von Vorturnerinnen für die Frauenabteilungen ebenso glücklich bis Werk zu setzen. Unsere 2. Männerabteilung feierte am 8. Februar ihr 5. Stif-

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