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Jüdische Turnzeitung · 1908-02-01 · 2 (2.1908) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
9 (1908)
Issue
2 (2.1908)
Date
1908-02-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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24 No. 2 ehren, wenn Ihr Turn - und Fechthallen nicht allein für die akademische Jugend, sondern für die ganze Jüdische Jugend schaffen werdet. Hoffentlich dringt diese Mahnung an Euer Ohr.....Ihr Kadimahner aber vergesst nicht, dass das Schlagen nicht Endzweck, sondern ein Mittel zum Zweck ist. Denn ein Volk, dass in Knechtschaft liegt, das seine Ketten brechen will, das hinaus ins Land der Freiheit ziehen will, muss Männer haben, nicht Buben, die sich hinter jedem Kittel verstecken, beugen vor jedem Geldsack, einknicksen bei jeder Autorität. Wenn die Stunde der Entscheidung schlägt, sollt Ihr wehrhaft und wehrbereit sein....." Redner schliesst mit der Mahnung: „Seid Zionisten! Der Baum des jüdischen Nationalismus, den wir gepflanzt haben und den heute Hunderttausende bekränzen, wird nicht grünen und blühen, er wird verdorren und verwelken, wenn er nicht in der Mutter Erde steht. Freie Männer wollen wir werden und zu freien Taten wollen wir schreiten...... Unsere Brüder in Russland seien Euch ein leuchtendes Beispiel, wie man für die Freiheit kämpft. Lob und Preis ihnen, die mit ihrem Blute für die Freiheit eines Landes kämpfen, das ihnen immer so ungerecht war. Kadimahner, schenkt einen Tropfen von dem Blute dieser Helden in Euer Qlas, auf dass wir die Blutsverwandtschaft mit unserem Volke erneuern und dass uns Kraft und Mut erfüllen. Ihr, die Ihr vor der Schwelle der Tat stehet, schwört treu zu bleiben Eurem Volke, für Freiheit zu kämpfen, für Recht und Gerechtigkeit zu streiten." Mitteilung des Ausschusses. Das Programm der zu Pfingsten in Köln a. Rh. stattfindenden Verbandsvorturaerstunde wird im Marzheft der Turnzeitung bekannt gegeben werden. Verbandsfonds. Dr. Georg Michaelis, Berlin.........Mk. 20,- Stärkungsmittel der Lunge. Von cand. med. Qoldschmidt. Das Anhalten des Atems wird allgemein als Mittel bei heftigem Schlucken angewandt, wobei es, wie die Erfahrung lehrt, manchmal hilft und manchmal nicht hilft. Schon im Altertum war diese Anwendung gebräuchlich. In Piatos Symposion lesen wir, dass Erysimachus dem Lustspieldichter Aristophanes bei einem Schluckanfall das Atemhalten empfahl. Von bedeutenden Ärzten des Altertums, z. B. Oalenus, wurde das tiefe Atmen mit darauffolgendem Anhalten der Luft sogar als „eines der wesentlichsten Kurmittel" gerühmt. Eine besondere Weihe erhielt diese Übung als Kräftigungs- und Heilkur durch den Philosophen J. Kant in seinem Büchlein: „Von der Macht des QemUtes, durch den blossen Vorsatz, seiner krankhaften Gefühle Meister zu werden." Wie soll nun eine zur Lungenstärkung dienende Atemhaltung ausgeführt werden? Man hält die Hände, wie es das Kommando „Hüften fest!"

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