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Jüdische Turnzeitung · 1907-11-01 · 11/12 (11.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
11/12 (11.1907)
Date
1907-11-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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No. 11/12 209 Wie verstünden sich sonst Sätze wie diese: „Ein anderes ist die. Abgrenzung der Stellung des Nationalstaates (das ist ihm Deutschland verkthrterw eise) zu fremden Nationalitäten, welche durch Kriegsglück (also wohl Franzosen im Elsass und Dänen) oder in anderer Weise (ohne Zweifel die Polen) seinem Territorium einverleibt worden sind, ein anderes die Stellung zu den Minoritäten derselben Nationalität (d. i. natürlich die Juden)." Und mit der Kleichen kulturfeindlichen Unduldsamkeit, die die deutsche Nation, wenn sie von ihm lernte, recht schmerzlich gegen ihn selber wenden könnte, schreibt er den fremden Nationalitäten seine Forderung vor, die fast wi» Kriegserklärung klingt: ..Dass Minoritäten fremder Nationalität sich mit der Majorität des Nationalstaats möglichst verschmelzen, dass sie in ihrem Denken und Fühlen in dieselbe aufgehen, ist allerdings unter dem Gesichtspunkte der kräftigsten Entwickelung des Nationalstaates wünschenswert und notwendig; aber keineswegs notwendig ist es im Interesse des Staates, dass die sozialen Differenzierungen zwischen den Minoritäten gleicher Nationalität, und der Mehrheit vollständig verschwinden.'" Also so wenig bleibt für Erhaltung unseres Selbst zur Verteidigung übrig, als dass unser Aufgehen „nicht notwendig" seil Und also wird der alte unheilvolle Fehler unserer ostdeutschen Juden von gestern und vor allem wer magyarischen von heute wiederholt, dass Juden, die doch alle Ursache hätten, die Leiden von Minoritütsnatiouen zu kennen und neutral zu bleiben, in fremdem Hader Partei ergreifen — und dazu noch für die stärkere Seite. Wie unedelmiitig! Wir Nationaljuden danken für solche Meinung und solche Stellungnahme. Wir haben nicht nötig, ein Volkstum, das wir nicht besitzen, uns einzubilden und anderen aufzuschwätzen. Wir haben auch nicht nötig, eine Pseudo-Loyalität durch Unedelmütigkeit anderen gegenüber zu erhärten. I ns ist unser eigenes, durch objektive Merkmale, Glauben, Abstammung, Geschichte, Art, Denk- und FUhlweise, Gebärdensprache und Sitte, gleiche Feindschaften und Zukunftsschicksale genugsam erwiesenes Volkstum hoch und gross genug, um uns auch subjektiv freudig zu ihm zu bekennen. Uns ist es ein Hochgefühl, uns in ihm und für es zu erziehen und zu erhöhen, dafür zu kämpfen und zu sterben und vor allem zu leben. Wir lachen aller ängstlich verkrüppelten Goluslogik und widmen unsere Kräfte dem jüdischen Volkstum — unserer Wahrheit. Dass unser Staatsbürgertum und R e i c Ii s p a t r i o t i s m u s etwas anderes, davon Unberührtes ist, ist tausendmal gesagt und selbstverständlich. Uns ist Deutschland kein Nationalstaat, sondern ein Staat mit Nationalitäten. Wir eine von ihnen, der schwächlichsten eine, aber mit allen Rechten, Pflichten einer solchen, und mit allem Stolze, zu dem sie Grund hat. Geschichte des Turnunterrichts von Prof. Dr. Carl E u I e r. 3. Autl. Neu bearbeitet von Carl Rossow. Gotha, E. F. Thienemann, 1907. Gr. 8°, 435 Seiten. Die uns wohl vertraute Eulersche Turngeschichte — der 5. Band der Kehrschen Geschichte der Methodik des deutschen Volksschulunterrichts — liegt in neuer, fleissiger und gründlicher Umarbeitung vor. Eingehende Literaturnachweise am Ende eines jeden Abschnittes ermöglichen eine Vertiefung in den übersichtlich dargestellten Stoff, der teilweise erheblich zusammengedrängt ist, ohne dass jedoch dadurch die Schilderung lückenhaft wurde. Rossow hat das Werk bis zur jüngsten Zeit fortgeführt und wertvolle Abhandlungen über das Turnleben in Österreich und die Deutsche Turnerschaft verfasst. Das Werk, das mir wie kein zweites bei der Abhaltung von Tiirnlehrerausbildungskursen willkommene Unterstützung

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