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Jüdische Turnzeitung · 1907-11-01 · 11/12 (11.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
11/12 (11.1907)
Date
1907-11-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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No. 11/12 207 vorgesehen, wo ein besonderes Eir.wanderungsbureau eingerichtet wurde. Auch die landwirtschaftliche Ansiedlung soll erleichtert werden. Jeder Ansiedler, der erklärt, amerikanischer Bürger werden zu wollen, kann eine Heimstätte von ca. 40 ha kostenlos erhalten. Jede Familie bedarf aber, auch wenn sie dieses Land geschenkt erhält, mindestens 1000 Dollar für Einrichtung und Hausbau. Im Süden werden das Klima und die dort erhältliche Negerarbeit, mit der die Weissen schwer konkurrieren können, starke Hindernisse bilden. Zionistische Hoffnungen. In der letzten Sitzung des Engeren Aktionskomitees der Zionistischen Bewegung machte der Präsident, David Wolffsohn, Mitteilung von gewissen Unterhandlungen, die er während der letzten Monate in Konstantinopel in Gemeinschaft mit dem Direktor der Jüdischen Kolonialbank, Dr. N. Katzenelsohn, mit den türkischen Behörden geführt hatte. Als deren vorläufiges Resultat wurde die Erlangung einer Konzession zur Errichtung einer Filiale der Jüdischen Kolonialbank in Konstantinopel bezeichnet; es wurde jedoch auch gesagt, dass darüber hinaus „dank der jetzt prinzipiell günstigen Stimmung eine Basis für die Erreichung erstrebenswerter Resultate" erzielt sei. Aus der territorialistischen Bewegung. In der „Times" vom 9. Dezember lesen wir, dass Mr. Zangwill auf einer Versammlung der Territorialisten in Manchester die Erklärung abgegeben habe, die „Geographische Kommission" habe Nordafrika als Territorium in Vorschlag gebracht. Der Dichter vieler bekannter jüdisch-deutscher Lieder, M. M. Warschwaski, ist Ende November gestorben. Von Beruf Rechtsanwalt, war er ein echter Dichter von glühender Liebe für sein Volk. Manche seiner Gedichte, wie „Oif 'n Pripetschik brennt a Feieril" und „Des Milners Trären" sind in der jüdisch sprechenden Bevölkerung Polens, Galiziens usw. wahre Volkslieder geworden. Bücher und Zeitschriften. „Der Nationalstaat und die Minoritäten" betitelt sich ein Aufsatz von Justizrat Dr. F u 1 d - Mainz, der in der Dezember-Nummer der Zeitschrift „Im Deutschen Reich" zum Abdruck kommt. Er verdient wegen seiner wirren, ja geradezu waghalsig-unsinnigen Demonstration des Problems als Muster jener Logik vorgestellt zu werden, zu der die Gegner eines jüdischen Nationalismus gezwungen werden, um ihr eigenes Gewissen und das ihrer Gläubiger zu übertäuben. Vorerst spricht der Verfasser mit Hilfe eines Satzes von Rümelin: „Der Begriff des Volkes ist nicht durch ein objektives Merkmal fest umgrenzt, sondern es fordert auch die subjektive Empfindung. Mein Volk sind diejenigen, die ich als mein Volk ansehe, die ich die Meinen nenne, denen ich mich verbunden weiss durch unlösbare Bande", sich und den Genossen seiner Gesinnung das Recht zu, sich der deutschen Nation beizuzählen, bedenkt jedoch nicht, dass auch die nichtjüdischen Deutschen aus der gleichen Empfindungsberechtigung heraus uns ebenso schlankweg aus ihrem Volksbegriff streichen könnten. Später führt er, durch die objektiven Merkmale, deren wir doch ohne Zweifel mit den anderen Nationaldeutschen wenige gemeinsam haben, beunruhigt, wörtlich folgendes aus*): *) Die Bemerkungen der Klammern und die Sperrungen stammen vom Rezensenten.

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