Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 11/12 (11.1907)
- Date
- 1907-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11 12 Hillen des Apolloiheaters unter V. Stiftungsfest. Dadurch, dass wir unser Stiitungsiest mit der Makkabäerfeier verbinden konnten, erhielt das.Fest eine charakteristisch nationale Färbung, wodurch die Festesfreude noch wesentlich erhöht wurde. Es waren ca 500 Mitglieder und Freunde unseres Vereins zu der Feier erschienen, die während des offiziellen Teiles überaus würdig verliei und nach demselben ein recht iröhliches und gemütliches Gepräge annahm. Mit Genugtuung können wir daher teststellen, dass wir es verstanden haben, eine recht jüdisch-nationale Feier zu veranstalten. Ein feinsinnige« Prolog, gesprochen von Fräulein Helene Wollheim, leitete den Abend ein. Die turnerischen Darbietungen wurden mit Oruppenlreiübungen der Frauenriege eröffnet, welche sehr wirkungsvoll waren und \on unseren Damen sehr exakt ausgeführt w urden. Hierauf traten zum ersten Male zw ei Musterpaare unserer Fechterriege auf, welche ein wohlgelungenes, vom Publikum lebhaft applaudiertes Sehuliechten boten. Das sich hieran anschliessende Riegenturnen unserer Frauenriege am Barren klappte vorzüglich und fand stürmischen Beifall. Nun folgte die II. Männerriege, welche unter Leitung ihrer Vorturner ein sehr gut ausgeführtes Schulturnen an zwei Barren brachten, welches Knickstützübungen zum Schulter- und Oberarmstand behandelte. Der reiche Beifall am Schluss des Turnens bewies, dass die Zuschauer das präzise Turnsn und die korrekte Halcung. welche diese Uebungsfolge besonders zeigen sollte, wohl zu würdigen \erstanden hatten. Den Schluis der turnerischen Darbietungen bildeten die mit grosser Bravour gestellten, prächtigen Gruppen unserer stark besuchten Zöglingsriege, die auf das Publikum besonders auch dadurch, dass sämtliche Teilnehmer mit Schärpen in unseren Nationalfarben geschmückt waren, einen vorzüglichen Eindruck machten. Nunmehr erhielt Herr Dt. Ko Menscher, unser erster Vorsitzender, das W ort, um in ernster, sehr wirkungsvoller R e d e die Zw ecke und Zi.le des Turnens unter den Juden klarzulegen und unter Hinweis auf die Makkubäer zum Anschluss an die nationale Idee und zur Pflege derselben auizuiorderii. Das sich hieran anschliessende feierliche Anzünden der M e u o r a h und der allgemeine Gesang von „Moaus zur .leschuossi" erhöhte in wirkungsvoller Weise die freudige Festesstimmung bei allen Teilnehmern. Nunmehr traten Scherz und Tanz in ihre Rechte. Ein Festspiel, das in überaus origineller und humorvoller Form Ereignisse und Personen im Verein schilderte, sowie ein vorzüglich ausgeführter moderner Tanz und verschiedene Ueberraschungen zeigten, dass der Vergniigungsausschuss tüchtig gearbeitet hatte. Ganz besonders sei erwähnt, dass eine Festschrift in Form der Jüdischen Turuzeitung den Festesteilnehmern überreicht wurde, von der wir auch den verehrlichen Brudervereinen je ein Exemplar übersenden werden. Um 1 Uhr fand die Kaffeetafel statt, welche einen schonen Verlauf nahm. Ernste und heitere Reden wechselten mit den von Vereinsmitgliedern verfassten Festliedern. Herr Lehrer Auerbach sprach auf die Jüdische Turnerschaft. Von den eingegangenen Telegrammen wurde insbesondere das von dem Verbände der Jüdischen Turnerschaft mit grossem Ji'bel begrüsst. Man blieb noch bis zum frühen Morgen in heiterster, fröhlicher, rechter Chauukkastinimung beisammen. 15 Neuaufnahmen waren der schönste Erfolg des Festes, das, so hoffen wir, bei allen Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Auch in pekuniärer Hinsicht haben wir dieses Mal nicht ungünstig abgeschnitten. Prag. Der Jüdische Turnverein veranstaltete Sonntag, den 3. Nov.. in Heines kleinem Saale einen Familienabend. der äusserst gut besticht war. Sch^n vor der angesetzten Zeit war der Saal bis aur das letzte Plätzchen gefüllt, sodass Späterkornmende sich begnügen mussten, aus den Nebenlokatitiiten stehend die Abwickelung des reichhaltigen Programms zu ver-