Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 11/12 (11.1907)
- Date
- 1907-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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204 Krisen. Das namhaite Suii'izit und der gute Besuch «eben ein beredtes Zeugnis für die Sympathien, deren sicii der Verein bei dem weiteren Publikum erfreut. Nur wäre zu bemerken, dass jüdische Couplets, denen eine Karrikatur des Judentums zugrunde liegt, wohl nicht in das Programm eines von einem jüdischen Vereine veranstalteten Familienabendes gehören. Sie wären auch diesmal besser unterblieben. (Wenn die Schlussbemerkung der ..Selbstwehr", der wir diesen kurzen Bericht entnehmen, auf richtigen Informationen fusst, so müssen wir ihr grundsätzlich beipflichten und vor ähnlichen Irrtümern eindringlichst warnen. Die Red.) Graz. Jüdischer Turnverein. Am 27. Oktober d. .1. begingen wir unser III. Gründungsiest. Zur turnerischen Teilnahme hatten wir die beiden Wiener Brudervereine eingeladen und auch alles darangesetzt, dass trotz der bis zum letzten Moment sich entgegenstellenden Hindernisse 18 Mann, jedoch fast ausschliesslich vom 1. Wiener J. T.-V.. sich bei unserem Feste einfanden. Unter unseren Qästen befanden sich Herr Dr. L. Werner, Vorsitzender der Obmannschaft und Herr Turnwart Poll a k. Als Vertreter des J. T.-V. in Fiinfhaus-Wien war Herr Steinh e r z erschienen. Am Festabende konnte unser Obmann, Herr Freudm a n n , den Präses der israel. Kultusgem.. Herrn Bernhard B i 11 e r und zahlreiche Mitglieder des hiesigen Arbeiter-Turnvereins „Freiheit'- besrüssen, welche dem Schauturnen lebhaftes Interesse entgegenbrachten. Telegramme hatten gesandt die Brudervereine von Berlin, Posen, Braila. die Damenriege des I. Wiener J. T.-V. und der neugewählte Rabbiner von Graz. Herr Privatdozent Dr. David Herzog, dzt. noch in Prag. Nun zum Feste selbst. Das turnerische Programm umtasste 4 Punkte und begann mit den von allen Turnern ausgeführten Freiübungen, n. z. wurden die Stabübungen vom Wiener Verbands-Schauturnen gewählt, damit auch unsere Wiener Turnbriider ohne allzu umständliche Proben daran teilnehmen konnten. Der von unserem Turnwart, Herrn Karl Schwarz, gut zusammengestellte Aufmarsch vollzog sich unter den Klängen unseres Bundesiiedes stramm und sicher. Die S t a b ii b u n g e n klappten, wenn auch hie und da eine Entgleisung dem turnerischen \uge nicht entging. Der Gesamteindruck war ein guter, und langanhaltender Beifall ehrte die abtretenden Turner. Hierauf turnte unsere II. Riege 'Unterstufe) Pierd (seit) — Barren (lang). Die Übungen wurden zum Teil sehr gut ausgeführt, zum Teil machte sich die verschiedene Ausbildung oer Turner ziemlich bemerkbar. Was jedoch auch der schlechteste Turner können soll, nämlich strammes Zugehen auf das Gerät und Weggehen \om Gerät, fehlte der Riege, mit wenigen löblichen Ausnahmen, gänzlich, und gerade das war es, woran man die treffliche Disziplin der nächstturneiulen Riege, de<- des I. Wiener J. T.-V. am hohen Reck, am besten erkannre. Die Riege leitete mit seinem rühmlich bekannten Geschick Herr Turnlehrer Pollak-Wien und der reichliche Applaus, den die Riege erntete, galt auch zum grossen Teil ihm. Jedoch sei mir auch hier eine Bemerkung gestattet. Die Riege stand mehr oder wenigst' im Zeichen der Improvisation. Man las es ja vielen Turnern vom Körper ab, dass sie mehr zu leisten imstande sind, und manche hätten leicht bei den Übungen unserer 1. Riege uv. Reck-Barren mithalten können, welche iast in die obere Schwierigkeitsstufe fielen. Ks gereicht unserer I. Riege jedenfalls zur Ehre, dass auch unsere Wiener Turnbriider ihr volles Lob für ihre exakten Leistungen zollten. Unsere III. Riege und die Damenabteilung nahmen diesmal am Schauturnen leider nicht teil. Im unterhaltenden Teile boten uns Herr Oberkantor Paul hu r n wiirch kunstvollen Gesang und Herr Max Schwarz als Rezitator reidvn