Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 11/12 (11.1907)
- Date
- 1907-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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202 N'o. 11/12 Vorstande schwer fallen, Arrangements zu treffen, üie die bisherigen Veranstaltunsen in den Schatten stellen. Das aber war bei der diesjährigen Makkabii er-Feier der Fall, die am Sonnabend, den 14. ds. Mts. in cien Räumen der Lesegesellschaft stattfand. Schon der Besuch war ungewöhnlich stark, es mögen über 600 Personen dagewesen sein. An der Ehrentafel bemerkten wir den Präsidenten des Zionistischen Aktionskomitees. Herrn David Wolffsohn nebst Frau, die Herren Rabbiner Dr. Kosenthai und Dr. Carlebach, vom Vorstand der jüdischen Gemeinde die Herren Siegfried Simon und Heilbrunn, von der Repräsentanz Herrn Oottschalk u. a. m. Das Fest nahm einen überaus harmonischen Verlauf. Die turnerischen Darbietungen unter der bewährten Leitung des Turnwarts Heinrich Meyer fanden durch ihre exakte und gefällige Durchführung lebhaften Beifall. Besonders gefielen das Barrenturnen der Damen, die Kür-Uebungen der Herren am Reck und die Pyramiden. Nach den Freiübungen nahm Herr Wolffsohn das Wort, um dem Turnverein für seine hervorragenden Leistungen Dank auszusprechen. Kr führte aus, dass die Gründung von jüdischen Turnvereinen noch bis vor kurzem auch unter den Juden Gegner gefunden habe, üin so mehr freue es ihn, heute so namhafte Vertreter der jüdischen Gemeinde Kölns zu erblicken, die durch, ihr Erscheinen kund gäben, dass sie sich der neuen mächtigen Welle des Selhstbewusstseins, die das Judentum der ganzen Welt durchflute, nicht entziehen wollten. Seine mit stürmischem Beifall aufgenommene markige Rede klang in ein Hoch auf den jüdischen Turnverein aus. In der Pause ergriff auch Herr Siegfried Simon das Wort und führte etwa folgendes aus: Es sei heute, nachdem man gesehen, zu welchen hervorragenden Leistungen der junge Verein es in turnerischer Hinsicht gebracht habe, ein niüssiger Streit, darüber zu rechten, ob es richtig sei, besondere jüdische Turnvereine zu gründen. Er wolle sich in diese Streitfrage nicht einmischen; für ihn kämen lediglich die hervorragenden turnerischen Erfolge des Vereins in Betracht, und das Gute müsse man nehmen, woher es komme. Er wünschte dem jungen Vereine, der dem anderen Kölner Turnverein würdig an die Seite treten könne, dass er auf seiner Bahn vorwärts schreite, zum Nutzen unserer jüdischen Gemeinde, unserer Vaterstadt und zum Heile unseres gemeinsamen deutschen Vaterlandes. Einen hervorragenden Genuss boten den Erschienenen die Liederspenden des Herrn Opernsängers Norwal. Der gleich nach Mitternacht einsetzende Ball hielt die Festteilnehmci noch bis zum früher Morgen in froher Stimmung zusammen. Stettin. Jüdischer Turnverein. Am 11. vorigen Monats feierte unser Verein im Saale des Bellevue-Theaters sein 4. Stiftungsfest. Wenn auch keine grosse Anzahl von Besuchern unseren Einladungen gefolgt war, so herrschte doch Feststimmung, unter den Anwesenden. An die Festrede, welche Herr Referendar Greife n nagen übernommen hatte, schlössen sich turnerische Vorführungen, die unter der Leitung unseres Turnlehrers einen vorzüglichen Eindruck hinterHessen. Und in der Tat, es war das erste Mal, dass wir, seit dem unvergesslichen Schauturnen mit unserem Bruderverein „Bar Kochba", mit Geräteturnen vor die Oeffentlichkeit traten, und es war ein vielversprechender Anfang. Vielen Beifall fanden ebenfalls die Rezitationen des Herrn Fritz Greifenhagen. Eine wohlgelungene Theatervorstellung „Amtsgerichtsrat David Marcus", von Dr. Emil Cohn, bildete den Schluss der Aufführungen, denen ein Ball folgte. A. Simoni. Neuer Turnverein Posen (im Verbände der Jüdischen Turnerschaft). Am MX November, dem ersten Channkkatage, feierten wir in den schönen