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Jüdische Turnzeitung · 1907-11-01 · 11/12 (11.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
11/12 (11.1907)
Date
1907-11-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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199 die radikalsten Methoden nötig werden, so ist der Japaner zufrieden und sogleich erscheint wieder ein freundliches Lächeln auf seinen Zügen. Kundige Anhänger von Djiu-Djitsu haben bei vielen Gelegenheiten bewiesen, dass sie die gefiirchtetsten Boxer bewältigen, sobald sie nicht an die Regeln des „Rings" gebunden sind und ihre Kniffe anwenden dürfen. Jeder „kommentmässigen", an Regeln gebundenen Kampfweise gegenüber ist natürlich den Djiu-Djitsu-Methoden mit ihrer absoluten Rücksichtslosigkeit, die keine verbotenen oder verpönten Griffe und Schläge kennt, der Eifolg sicher. Im friedlichen Djiu-Djitsu-Ueben werden freilich gewisse Abmachungen getroffen, die „Gänge" gleichsam angesagt, der Sieger zum voraus bestimmt. Es ist auch strenge Vorschrift, dass sich keiner der Liebenden ereifere. Das konventionelle japanische Lächeln ist auch beim Diiu-Dfitsu obligatorisch. Dr. Ernst Erdmannsdörfer. (Vossische Zeitung.) Aus der Jüdischen Turnerwelt. Berlin. Jüdischer Turnverein Bar Kochba. Die Berichtsepoche umfasst zwei arbeitsreiche Monate. Erst galt es, die vorbereitenden Arbeiten des Somniirsemesiers, die uns einen erfolgreichen Winter verbürgen sollten, zu beenden, und dann setzte die Winterkampagne selbst mit frischfröhlichem Turnbetrieb und jüdischer Gemütlichkeit nach innen, lebhafter Propaganda und Festvorbereitungen nach aussen, ein. Wir glauben, auf den Winter gut gerüstet zu haben. Nach den Wiener Strapazen wollten wir versuchen, in ruhiger, fleissiger Arbeit turnerisch weiter zu kommen, unsere Mitglieder mit unserer Tendenz zu durchdringen, unserem Vereinssäckel aus eigener Kraft zur Gesundung zu verhelfen und unsere Idee in immer weitere Kreise zu tragen. Auf jedem dieser Gebiete haben wir bisher einiges, auf manchem vieles erreicht, und es muss freudig anerkannt werden, dass die Arbeit nicht mehr auf den Schultern einiger weniger ruht, sondern dass sich jederzeit, besonders unter den jüngeren Mitgliedern, arbeitsfreudige Kräfte finden, die der Leitung ihr Amt erleichtern. Der Zyklus der sonntäglichen Vorträge nahm in vierzehntägigem Turnus seinen Fortgang: Dr. Weil sprach ausserordentlich instruktiv über den jüdischen „Bund" in Russland. An das Referat schloss sich eine angeregte politische Diskussion. Meisterhafte Dialektik zeichnete Dr. T ä u b 1 e r s Vortrag über: „Das Lied der Deborah" aus. In grossen Zügen skizzierte er die Völkerdramen, die sich in grauer Vorzeit in Syrien und Mesopotamien abgespielt haben mögen, und hob dann aus dem gewaltigen Bilde die Bedeutung der Schlacht im Gefilde von Taanach für die Volkwerdung Israels heraus. Schliesslich verstand er es, seinen Hörern die wilde, jubelnde Poesie jenes auf blutigem Schlachtfeld entstandenen Triumphgesanges näher zu bringen. Dr. W i 11 k o w s k y gab in seinem Vortrag Uber „Jüdische Politik" eine lehrreiche Uebersicht aller jener jüdischen Organisationen, deren Bestrebungen über den Rahmen blosser Philantropie hinauswachsend es verdienen, als politisch angesprochen zu werden. Als wohlgelungener Versuch ist ein Vortragsabend zu bezeichnen, an dem Dr. Israel Auerbach ausschliesslich vor unseren Frauenabteilungen über das Thema: „Was heisst Nationaljudentum?" referierte. Der Vortragende zeigte einleitend, dass unsere Bestrebungen keinen blinden Chauvinismus darstellen, sondern dass unser Judenstolz wohlbegründet ist durch .ine uralte Kultur, tröV.igliche Ahnen und durch unseren hohen Anteil

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