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Jüdische Turnzeitung · 1907-10-01 · 10 (10.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
10 (10.1907)
Date
1907-10-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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No. 10 Allgemeine jnd für die schwächeren Brüder immer vorzuziehen ist. Lion bemerkt hierzu, der Jüngling müsse sich bewusst werden, dass Menschenwert auf etwas anderem beruht als auf Konkurrenz. Fröhliches und wirksames Küren kann aber nur da gedeihen, wo überhaupt ein rechtes Turnleben ist, während da, wo dieses fehlt, die Turner nichts mit sich und den Geräten anzufangen wissen, einander im Wege stehen oder über die eigenen Beine fallen, wenn sie nicht iaullenzen und dummes Zeug treiben. Es geht auch hier nicht ohne Anleitung und Anregung des Turnwarts. Anfangs wird er vielleicht nur einen Barren oder ein Reck aufstellen und ihnen zeigen, wie das im Riegenturnen Erlernte nun frei verwertet und weiter entwickelt werden kann; nachdem er so den Weg gewiesen, braucht er nur noch eingreifen, wo neue Lust zu erwecken nötig ist. In jedem Falle kann das Küren auf keinem Turnplatze entbehrt werden. Wir haben versucht, das Wesen des Gerätturnens nach allgemein-jn Gesichtspunkten zu erläutern, und kommen zum Schluss unseres Aufsatzes, dem die diesjährige Prüfungsarbeit in der Preussischen Turnlehrerbildungsanstait zugrunde liegt: „Der Wert der deutschen üerätübungen und ihr Verhältnis zur schwedischen Gymnastik." Nicht unbedingte Anerkennung, wohl aber verständnisvolle Würdigung und der Vorzug vor jeder Art modernen Sports muss dem dsutschen Gerätturnen eingeräumt werden, wenn es heisst. unsere Idee in die Massen zu tragen, wenn es gilt, ein Geschlecht, gesund an Leib und Seele, zu schaffen, und wenn wir unsere Organisation einheitlich ausbauen. Wir aber wollen aus dem „.Jungborn" trinken, uns zur Freude, unserm Volke zum Heil! Djiu-Djitsu. Japanische Körperabhärtungs- und Stählungs-Methode. Die kriegerischen Erfolge Japans 'nahen es mit sich gebracht, dass man allem, was den Stempel des japanischen Wesens trägt, neuerdings die ungeteilte Aufmerksamkeit und oft uneingeschränkte Bewunderung schenkt. Besonders auch hat man sich mit japanischer Lebensweise und körperlicher Erziehung beschäftigt, um die Wurzeln zu entdecken zu der erstaunlichen, mit der äusseren Erscheinung kontrastierenden körperlichen Gewandtheit, Muskelkraft, Behendigkeit, Ausdauer in Strapazen und Leistungsfähigkeit der Japaner, wie sie im letzten Kriege sich überall offenbart haben. Im Djiu-Djitsu, dem uralten Körperbildungssystem der Samuraiklasse, glaubt man nun des Rätsels Lösung gefunden zu haben. Der amerikanische Schriftsteller H. Irving Hancock hat bei Jul. Hoffmann (Stuttgart) ein mit zahlreichen photographischen Darstellungen ausgestattes Buch „Djiu-Djitsu. Die Quelle japanischer Kraft" erscheinen lassen, das wie eine Offenbarung gewirkt hat. Seitdem haben sich japanische Djiu-Djitsu-Lehrer in England und Amerika eingefunden und Schüler um sich gesammelt. Dem Beispiele .Japans folgend, wo jeder Soldat, Polizist und Matrose einen staatlichen Kursus in dieser Methode durchmacht, wurde den amerikanischen und englischen, neuerdings auch den Wiener Polizisten vorgeschrieben, sich dienstlich mit dem Djiu-Djitsu-System zu befassen, und vor einiger Zeit ging durch die Berliner Presse die Meldung, dass auch die hiesige Kriminalpolizei die Einführung der Kunstgriffe des Djiu-Djitsu beabsichtige. Mit Djiu-Djitsu tritt uns ein eigenartiges, der ostasiatischen Kultur entsprossenes, hygienisches, gymnastisch-athletisches System entgegen, das beansprucht, in potenzierter Weise zu leisten, was in der alten Kulturwelt das

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