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Jüdische Turnzeitung · 1907-10-01 · 10 (10.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
10 (10.1907)
Date
1907-10-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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175 in Deutschland wird alles mögliche daran wenden, diesen schönen Gedanken zu realisieren!---- Nachgetragen muss werden, dass all das Gesagte sich ausschlieslich auf die sephardischen Juden bezieht. Die Aschkenasim Bulgariens offenbaren nicht die geringste Lebenstätigkeit innerhalb der jüdischen Volksbewegung — mit der erbärmlich winzigen Ausnahme von vier bis fünf unter ihnen, die eine beachtenswerte Rolle spielen. Berlin, den I. Oktober 1907. N. Benaroya. Oerätturnen. Von Turnlehrer Erich Burin. (Schln«s.) Unter „Gipfeliibungen" sind alle die Übungen zu verstehen, die zu ihrer Ausführung entweder ein hervorragendes Mass körperlicher Kraft und Geschicklichkeit bedürfen oder besondere Ansprüche an den Mut und die Entschlossenheit der Turnenden stellen. Jedes Gerät bietet zu Gipfeliibungen Gelegenheit. Eine genaue Bestimmung der Übungen, welche als Gipfeliibungen zu rechnen sind, ist urn so weniger möglich, als der gegenwärtige Standpunkt der Turnkunst durchaus keine Massgabe für alle Zeiten bilden darf und die jeweilige Geschmacksrichtung der Turner bald dieses, bald jenes Übungsgebiet besonders berücksichtigt und weiter ausbaut. Denn die Möglichkeiten der Veränderung in den einzelnen Formen einer Übung sind so grosse, dass man an und für sich unscheinbare Übungen durch kleine Abänderungen zu Übungsstücken zu formen vermag, die den Anspruch erheben dürfen, :m den Gipfeliibungen gezählt zu werden. Einige einfache Beispiele mögen das Gesagte kennzeichnen. Die Wende links aus dem Reitsitz hinter der rechten Hand auf dem Barren wird erschwert durch die Bestimmung, dass beide Hände auf dem linken Holm Griff nehmen; die Ansprüche erweitern sich durch das Verlangen, dass der Stütz beider Hände auf dem rechten Holm stattfindet, und sie wird zur Gipfeliibung, wenn nur eine Hand stützen soll. Das bekannte Drehschwungstemrnen am Reck, bei welchem im Vorschwingen eine halbe Drehung um den gleichseitigen Arm stattfindet, kann kaum mehr zu den Gipfelübungen gezählt werden; es wird aber, entweder durch die Forderung, dass schon beim Beginn des Vorschwingens die eine Hand den Griff völlig aufgibt, oder, dass beim Rückschwingen eine halbe Drehung um den gleichseitigen Arm mit sofortigem Schwungstemmen erfolgt, zu einer solchen. Eine gewöhnliche Spreize am lang in die Bahn gestellten Pferde („Riesengratsche-') wird zur Gipfelübung, wenn ich das Pferd mit Pauschen versehe und den Griff auf der Vorderpausche verlange. Auch die Kombinationen spielen ihre wichtige Rolle, da die Forderung, an diese oder jene Übung im glatten Schwünge sofort eine andere anzuhängen, zu ganz bedeutenden Erschwerungen Veranlassung bietet und die Gesamtleistung hervorragende Ansprüche an das Geschick des Turners stellt. Beispiele hierfür sind nicht notwendig, die Sache ist klar genug. Bei Betrachtung der Gerätübungen darf ein Umstand nicht vergessen v. erden, der in den letzten Jahren die Gemüter der Turnerwelt wiederholt erregt hat. Ich meine den Vorwurf, dass das deutsche Vereinsturnen in seiner stetig zunehmenden Bevorzugung der Geräte, in seinem unausgesetzten Trachten nach neuen und schwierigen Uebungsformen, auf eine Bahn geraten

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