Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 10 (10.1907)
- Date
- 1907-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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174 No. 10 aus — und der Verein war so gut wie von der Bildfläche verschwunden. Erst gegen April des laufenden Jahres wieder wurde er, dank den Ermutigungen von Philippopel und insbesondere dank der unermüdlichen Arbeit des Mr. Salonion Goldmann (früher in Jerusalem, jetzt Lehrer des Hebräischen an der Schule der Alliance) reorganisiert, und gleichzeitig ward auch sofort eine Damenabteilung gebildet. Demselben Mr. üoldmann ist es zuzuschreiben, dass in Pasardjik die hebräische Kommandosprache Einführung fand, die schon vom ersten Turntag 1903 beschlossen war, aber nun erst und hier verwirklicht wurde. — Ein grosses Hemmnis für den „Makabi" in Pasardjik ist der antizionistische Synagogenvorstand, der ihn durchaus zu unterdrücken suchte. Aber der Verein verfügt über frische Kräfte, die Mut und Fähigkeit genug besitzen, ihre schwierige Aufgabe weiter durchzuführen. Turnvereine existieren ausserdem in: Sofia, Samakow, Dupritza, Kiustendil, Schumla, Varna, Slidno, Vidin, Jambol, Haskow und I s c h i r p a n. Von all diesen funktionieren kaum die von Vidin, Schumla und Haskow. Die übrigen scheinen in der Agonie zu liegen. Bedauerlicherweise hat nicht einmal Sofia, die Hauptstadt Bulgariens, einen stramm organisierten Turnverein. Die schwerste Verantwortung für diesen Zustand hat ohne Zweifel der Zentralausschuss in Sofia zu tragen. Trotz der beständigen Vorstellungen seitens Philippopels hat er so gut wie nichts getan, um die Situation zu bessern. Nicht einmal auf die Briefe der Vereine eine Antwort zu geben, hat er für gut befunden1). Eine Organisation mit solchem Zentralkomitee muss ganz natürlich früher oder später verschwinden. Unter so beklagenswerten Verhältnissen war es noch eininal der Verein von Philippopel, der zuhilfe eilte. Vor drei Monaten etwa crliess er durch die jüdische Presse wie durch Spezial-Zirkulare an alle Turnvereine Bulgariens einen geharnischten Protest gegen die Untätigkeit des Zentralausschusses und verlangte gleichzeitig die Verlegung desselben nach Philippopel. Nur Rustschuk, Schumla und Pasardjik haben darauf erwidert. Rustschuk aber proponierte ein anderes radikaleres Sanierungsmittel: nämlich, die bulgarische Organisation mit der allgemeinen jüdischen Turner Schaft zu verschmelzen. Diesem Plane schliesst sich Philippopel an. Das wird in der Tat die einzige Rettung werden, da Bulgarien zu schwach ist an Mitteln und Menschen, um eine eigene Organisation am Leben zu erhalten. Die Vereinigung der beiden Turnerschaften wird den sechs bulgarischen Vereinen, die im Sterben liegen, neue Lebenskraft geben, und — was das Wichtigste ist — sie wird ein systematisches Turnen nach Bulgarien bringen. Ich glaube, auch der Turnerschaftsausschuss!) Auf die der Ttirnerschaft auch nicht! (Die Red.)