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Jüdische Turnzeitung · 1907-10-01 · 10 (10.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
10 (10.1907)
Date
1907-10-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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No. 10 173 von Mr. Alexander Radbill) zusammensetzte, und das unmerklich, über seine Autorisation hinaus, die Organisation zu einer mindestens unabhängigen umstempeln wollte. Durch den 3. bulgarisch-jüdischen lurntag jedoch wurde dank der Energie der Delegierten von Philippopel unwiderleglich festgestellt, dass der frühere Charakter der Organisation intakt zu bleiben habe. Zwei Mitglieder des Zentralkomitees verliessen darauf den Saal, die Vertreter von 12 Vereinen setzten ihre Arbeit fort. Seit diesem Moment gibt es in Philippopel einen „unabhängigen" Verein von 20—25 Leuten, die aus dem alten Verein ausgetreten sind. Er nennt sich „Unabhängiger Turnverein .Guibor". Ein totgeborenes Kind, ist er zweifellos dazu verurteilt, sich aufzulösen. Der Verein „Makabi" in Philippopel stellt seit mehr als zwei Jahren ein Mandolinenorchester, das gegenwärtig 23—25 Mitglieder zählt. Im Monat September letzten Jahres rief er eine Damen-Abteilung ins Leben, die viel Mühe kostete und heute zwar 60 Mitglieder (im Alter von 13 bis 22 Jahren) zählt, der aber bis jetzt das Notwendigste zu ihrer Erhaltung mangelt; ihre Existenz ist eine künstliche und beruht lediglich auf der Tüchtigkeit ihrer Leiter. Die jüdische Turnerschaft sollte hier zuhilfe eilen! Der Verein hat überhaupt seit seiner Begründung sich wie ein Blinder forttasten müssen. Eine geeignete Turnhalle stand ihm nicht zu geböte, und erst seit dem laufenden Jahre geht man damit um, eine zu errichten. Aber solange jene ansteckende Krankheit, die Geldschwindsucht, nicht vernichtet ist, wird das Werk seine Schwierigkeit wohl kaum überwinden.----- Der zweite Verein, der unsere besondere Beachtung verdient, ist der in Rustschuk. Hier wirkte der hervorragendste bulgarische Turner, Mr. Heinrich Abraham, der indessen zum Unglück des Vereins vor zwei Jahren Rustschuk verlassen musste, um nach Konstantinopel zu übersiedeln. Der Verein „Makabi" in Rustschuk ist der einzige in ganz Bulgarien, in dem einiges System zu finden ist, der einzige, der in vollem Masse seine Pflicht in der neujüdischen Bewegung erfüllt. Die jüdische Gemeinde in Rustschuk ist im ganzen Lande für ihr aristokratelndes Regime berüchtigt; die öffentliche Volksmeinung ist hier null; Trumpf ist, was die an der Spitze wollen. Da ist der Verein „Makabi" die einzige Instanz, die die Massen in demokratischem Geiste erzieht und ihr ein wenig Teilnahme an den Gemeindeangelegenheiten beibringt. Rustschuk hat auch die allererste Damenabteilung gegründet. Und Rustschuk ist von Bedeutung überhaupt durch das turntechnische Komitee der bulgarischen Organisation, das hier seinen Sitz hat. Aber auch von ihm muss gesagt sein, dass es sehr wenig tut, fast nichts von dem, was sein Vermögen oder seine Aufgabe wäre. Der „Makabi" in Pasardjik ward von Philippopel her ins Leben gerufen. Eine Gruppe von 20—25 Mann machte eine Fusswanderung (etwa 60 km) dahin, und bei dieser Gelegenheit wurde der Verein gegründet. Bis 1905 ging es immer besser vorwärts; aber da trat ziemlich die Hälfte der tätigsten Turner zum Militärdienste

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