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Jüdische Turnzeitung · 1907-10-01 · 10 (10.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
10 (10.1907)
Date
1907-10-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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172 No. 10 Wollte man von diesen sprechen, müsste man genau das Gleiche wiederholen. An den Gymnasien gibt es zwar Turnlehrer seit einigen Jahren, aber das sind Leute ohne jegliche Schulung auf diesem Gebiete, die ohne jegliches System Unterricht erteilen. Allein, die Hygiene steht an den christlichen Schulen höher, und ihre Kinder sind vor allem nicht so überlastet wie die jüdischen Kinder. Um hier Abhilfe zu schaffen, wurden Turnvereine im Lande gegründet. Aber trotz ihres nunmehr zehnjährigen Bestandes haben sie in der Lehrweise des Turnens nicht den mindesten Fortschritt aufzuweisen. Irgend welches System zu unterscheiden, in christlichen Vereinen wie in jüdischen, ist da nicht möglich. Der älteste bulgarische Turnverein überhaupt (nicht bloss der jüdischen) wurde 1897 in Philippopel gegründet. Vielmehr beschloss im Juni jenes Jahres der Verein „Neve Zedek", der schon 5 bis 6 Jahre existierte, und der zwar ein Kapital von 800 bis 1000 Francs, aber absolut keinen Zweck aufzuweisen hatte, unter dem Einflüsse des Mr. Jacob Caleb, des bekannten Vorkämpfers der zionistischen Idee in Bulgarien, sich in eine rein turnerische Gesellschaft „Makabi" umzuwandeln. Von den hervorragendsten Kämpen derselben ist heute nur noch Mr. David Caleb ihr Mitglied geblieben, gegenwärtig ihr Leiter, wie er es mit geringer Unterbrechung von der Gründung an gewesen war. Seine Arbeit verdient alle Anerkennung. Der Verein „Makabi" in P h i 1 i p p o p e 1 ist der einzige unter allen Vereinen Bulgariens, der seit seinem Entstehen nicht aufgehört hat, aktiv zu sein. Er entwickelte sich konform dem zionistischen Vereine derselben Stadt, und zuweilen ward dieser durch ihn sogar reorganisiert. Die tüchtigsten jungen Zionisten sind seine Schüler. Der Verein „Makabi" in Philippopel ist der allerbeste Beweis dafür, dass eine volkstümliche nationale Propaganda am besten in Turnerkreisen zu erzielen ist. Da formt sich am besten die jüdische Seele, die unter der Schwere des Golusdegeneriert war. So betrachtet, hat der „Makabi" das Meiste dazu getan, der jüdischen Turnorganisation in Bulgarien ihren nationalen Charakter zu bewahren. Auf Initiative von Philippopel aus geschah es, dass sich im September 1903 der erste jüdisch-bulgarische Turntag vereinigte, um eine Gesamtorganisation herbeizuführen. Diese Organisation hat trotz aller Anstrengungen, besonders Philippopels, nichts leisten können. Das Zentralkomitee hat seinen Sitz in Sofia, wo im Dezember 1906, gleichfalls auf Betreiben von Philippopel, auch der dritte Turntag noch zusammentrat. Die territorialistische Bewegung war es, die Unruhe auch in den Turnvereinen stiftete. Diejenigen Mitglieder, welche zur Ito übergetreten waren, konnten naturgemäss nicht in einer Organisation verbleiben, die von all ihren Gliedern absolut den Schekel verlangte als Bekenntnis zum Baseler Programm. Daher der Konflikt. Und zum Unglück war es just das Zentralkomitee, das sich aus lauter Territorialisten (mit Ausnahme

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