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Jüdische Turnzeitung · 1907-08-01 · 8 (8.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
8 (8.1907)
Date
1907-08-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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142 No. 8 Turnerschaft bewertet volkstümliche Übungen im Höchstfälle mit 10, Gerätübungen hingegen nur mit 5 Punkten. Die seit nicht zu langer Zeit mit Energie einsetzende Spielbewegung hat lebhaftes Interesse für diesen wertvollen Zweig der Leibesübungen erweckt. Ein über Deutschland weit verzweigter Verein zur Förderung der Volks- und Jugendspiele hat sich der Sache mit Eifer zugewendet; seine Jahrbücher bringen treffliche Aufsätze aus der Feder hervorragender Spieltheoretiker und -Praktiker. Eine Hochflut von Spielschriften erschien und erscheint noch, meist in Anlehnung an Outs-Muths' Spielbuch. Die- Bewegungsspiele üben einen günstigen Einfluss auf den ganzen Organismus aus, da sie intensive Bewegung verlangen. Die Sinne, die Auffassung werden geschärft. Es wird Heiterkeit erweckt, man wird zum Lachen (Zwerchfellgymnastik), zur Heiterkeit angeregt. Das Spiel zeigt und fordert die Charakterbildung. Energie wird entfacht, Eigensinn und Eigenwille schwinden, Selbstsucht wird zur Selbstzucht. Ein wesentlicher Vorzug vieler Spiele liegt ferner darin, dass sie eine grosse Anzahl von Teilnehmern zu gleicher Zeit beschäftigen und deshalb auch im Winter vorgenommen werden können. Mit der Förderung des Spiels kommt man einem natürlichen, angeborenen Triebe des Menschen entgegen. Schon darum müssen wir die ihm gebührende Stellung in der Reihe der körperlichen Übungen einräumen. „Es gibt schwerlich ein Mittel", heisst es im Gosslerschen Spielerlass vom 27. Oktober 1882, „welches wie das Spiel imstande ist, die geistige Ermüdung zu beheben, Leib und Seele zu erfrischen und zu neuer Arbeit fähig und freudig zu machen. Es bewahrt vor unnatürlicher Frühreife und blasiertem Wesen, und wo die beklagenswerten Erscheinungen bereits Platz gegriffen, arbeitet es mit Erfolg an der Besserung eines ungesund gewordenen Jugendlebens." Turnfahrten in die nähere und weitere Umgebung führen zu körperlicher Frische und Gesundheit, erwecken die Liebe zur Natur und führen zu engerem kameradschaftlichen Zusammenschluss. Schwimmen, das Ideal einer körperlichen Übung, da es im Freien unbekleidet vorgenommen wird, Fechten, die klassische Übung der Geistesgegenwart und Gewandtheit, Eislaufen, Rudern — sie alle können in den Plan körperlicher Übung aufgenommen werden. Die deutsche Turnkunst hat sich aus bescheidenen Anfängen zu ihrem stolzen Bau von heute entwickelt. Wir sind verwöhnt, weil wir ein bequemes Turnen in schöner Halle mit schönen Geräten gewöhnt sind. Man kann jedoch mit den angeführten Mitteln zu einem schönen Ziele gelangen — auch ohne Halle. Mit gutem Willen und einer Energie, wie sie eine ernste Sache verlangt, können wir viel erreichen. Die Hauptsache aber bleibt der Wille zur Tat und diesen Willen muss uns die Liebe zu unserer jüdischen Turnsache tinflössen." (Beifall). Die Pflege der nationaljüdischen Idee In den jüdischen Turnvereinen. Referat von Julius Berger -Köln. „Viel Turnerisches wird, so hoffe ich, auf diesem Turntage besprochen werden. Nachdem uns der erste Turntag die Konstituierung und der zweite die Organisation gebracht hat, wird dieser dritte uns hoffentlich geben, was wir bisher noch vermissen mussten, eine turnerische Organisation und turnerische Anregungen. Und wenn in dieser Beziehung Praktisches und möglichst

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