Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 7 (7.1907)
- Date
- 1907-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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134 No. 7 burin. Der letztere erwähnt ergänzend die Bedeutung der Turnfahrten, deren lebhafte Pflege er allen Vereinen dringend empfiehlt. Im Laufe der Besprechung, an der sich noch Bergoffen, Scholem, Blum beteiligen, beantragen: Meyer-Cöln: „Jedes Jahr soll von Verbandswegen eine gemeinschaftliche Vorturnerstunde aller Vereine veranstaltet werden"; Heilbrunn-Berlin: „Der Verbandsturnwart wird beauftragt, im Augustheft der Jüdischen Turnzeitung eine Kampfordnung für volkstümliches Wettturnen zu veröffentlichen". Die Anträge Bergoffen, Meyer, Heilbrunn werden angenommen. Ernst Hermann erinnert an die Veröffentlichung der in Prag beschlossenen Verbandsturnordnung. Der Tagesordnung zufolge sollte nun Obmann Julius Berger- Köln sein Referat erstatten. Da er aber am Erscheinen verhindert ist, worüber dem Turntage ein Schreiben vorliegt, verliest an seinerstatt die Rede Dr. Werner über „Die Pflege der nationaljüdischen Idee in den jüdischen Turnvereine n".*) Auch dieses Referat wird mit grossem Beifall aufgenommen. Da praktische Vorschläge für die Verwirklichung der Berger'schen Gedanken in präziser Form im Referate nicht vorliegen, beantragt Heilbrunn: „Der Turntag beauftragt Herrn Julius Berger, eine Kommission zu dem von ihm dargelegten Zweck der Ausarbeitung eines speziellen Arbeitsplanes in Cöln zu bilden, mit dieser gemeinschaftlich den von ihm angeregten Plan auszuarbeiten, und dem Ausschuss sodann zur Annahme und Ausführung vorzulegen." Burin weist auf die Bedeutung des Turnliedes für die Erweckung nationaljüdischer Gesinnung hin. Dr. Jerusalem weist auf die im I. Wiener Jüd. Turnverein bestehende Sektion: „Jung Juda" hin, die eigens zu dem Zwecke der Pflege der nationaljüdischen Qesinnung gebildet ist. Im Fortlauf der Diskussion schliesst sich Dr. Auerbach den Ausführungen Burins an und dringt wie dieser auf allgemeine Einführung und intensivere Pflege des Turngesanges. Beiläufig kritisiert er die Qualität des bisherigen Liederbuches; er hofft, dass bald eine neue Auflage erforderlich werden wird und stellt sich für die Bearbeitung desselben zur Verfügung. Ferner berichtet er ausführlich über die Organisation und Tätigkeit des Arbeitsausschusses im Bar Kochba-Berlln, der zu dem Zwecke geschaffen sei, die vom Vorstand selbst nicht zu bewältigenden nationaljüdischen Aufgaben des grossen Vereins zu erfüllen und dies in ausserordentlich befriedigender Weise tue. Er empfiehlt den Vereinen, Ähnliches einzuführen, und denen, die sich dafür interessieren, sich ein Exemplar der Arbeitsordnung dieses Ausschusses vom Bar Kochba senden zu lassen. Dr. Werner regt an, bei den Vorturnerprüfungen den Prüflingen bestimmte Fragen über nationale Tatsachen vorzulegen, und, die Anregung Auerbach zu einem Antrage verdichtend, schlägt er vor, folgenden Beschluss anzunehmen: „Der III. Jüdische Turntag hält es für dringlich notwendig, dass in jedem Vereine ein Arbeitsausschuss zur intensiven Pflege des nationalen Gedankens, sofern ein solcher Ausschuss bisher noch nicht besteht, eingesetzt und in seiner Tätigkeit durch die Vereinsvorsitzenden möglichst unterstützt werden." Dieser Antrag, sowie die Anträge Heilbrunn und Meyer werden einstimmig angenommen. *) Der Wortlaut folgt in nächster Nummer.