Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1907-07-01 · 7 (7.1907) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
7 (7.1907)
Date
1907-07-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4921092-5965113-5965264--1930-4924766
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 7 133 9. Es soll veranlasst werden, dass die Turnfragc auf dem nächsten Zionisten- Kongress zur Sprache gebracht und derselbe um materielle und moralische Unterstützung ersucht wird. 10. Es soll bei der Alliance, beim Hilfsverein und der Ica materielle Unterstützung beantragt werden. 11. Es soll bei der Alliance, dem Hilfsverein und der Ica angeregt werden, in den von diesen unterhaltenen Schulen auf das Turnen mehr Gewicht zu legen und eventuell Turnlehrer auszubilden. 12. Es soll zur Stärkung der Mittel des Verbandsfonds eine .Jahresumlage von 1 Mk. pro Mitglied, sowie von den Veranstaltungen der Verbandsvereine eine Vergnügungssteuer erhoben werden. Ich bin am Schlüsse meiner Ausführungen angelangt. Ein weites Arbeitsfeld hat sich vor unseren Augen aufgetan. Nun wird es an uns liegen, diese Anregungen, die Sie, meine Herren, hoffentlich annehmen werden, in den folgenden zwei Jahren bis zum nächsten Turntag zu verarbeiten. Dann werden wir hoffentlich anstatt der 1200 Turner, die wir heute zu vertreten die Ehre haben, im Namen von 12 000 Turnern sprechen. Hoffentlich gelingt es uns zum Wohle unserer Brüder und Schwestern, unser Ziel, die physische Regeneration unseres Volkes, zu erreichen. Dann werden, wenn auch die soziale Lage unserer Brüder eine bessere wird, die Jammergestalten des Exils, die Ohettozwerge mit gebeugtem Rücken, verschwinden, und ein.stolz aufgerichtetes und kühnblickendes Geschlecht an ihre Stelle treten. (Lebhafter, lang anhaltender Beifall.) In der Debatte sprechen alle Redner, mit Ausnahme von Saar-Prag, der die Vorschläge für durchaus verfrüht hält, ihre prinzipielle Zustimmung aus. Während jedoch Herrmann, Dr. Auerbach, Dr. Jerusalem wünschen, dass die Anträge Wolffs unverändert angenommen und der neue Ausschuss mit ihrer Durchführung beauftragt werde, halten es Scholem, Czaczkis, Heilbrunn, Dr. Werner für richtig, dass der Turntag nur seine grundsätzliche Zustimmung zu den Wolffschen Thesen erkläre, die Durchführung im einzelnen aber der freien Beschlüssfassung des Ausschusses anheim gebe. Zur Annahme gelangt schliesslich der Antrag Dr. Werner-Jerusalem: „Der III. Jüdische Turntag beschliesst, die Anträge des Referates Wolff zur eingehenden Beratung und möglichsten Durchführung unter Herbeiziehung des Referenten und sonstiger geeigneter Persönlichkeiten dem Ausschusse mit dem Auftrage zu überweisen, hierüber binnen längstens 6 Monaten an die Obmannschaft der Jüdischen Turnerschaft ausführlich zu berichten." Als Material zum Antrage Wolff werden dem Ausschuss ferner die Anträge des J. T. V. Bar Kochba mit überwiesen : „Der Turntag wolle beschliessen 1) die Behandlung der Turnfrage auf dem VIII. Zionistenkongress zu beantragen; 2) eine Kommission zur zur Gewinnung der Jargon-Presse zu wählen". Es folgt die Verlesung der Eingänge. Als zweiter Referent des Tages erhält dann Dr. Blum-Berlin das Wort zu seinem Referat: „Turnen ohne Turnhallen".*) In die Diskussion wird, wie beschlossen, die Besprechung des Antrages Bergoffen einbegriffen. Es sprechen Turnlehrer Pollak, Dr. Jerusalem, *) Der Wortlaut des Referates folgt infolge Platzmangel erst in nächster Nummer.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.