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Jüdische Turnzeitung · 1907-07-01 · 7 (7.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
7 (7.1907)
Date
1907-07-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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124 No. 7 er starke und tapfere Männer um sich sammelte, und dass er körperliche Übungen unter seinen Untertanen einführte. David besass grosse Stärke und war ein vorzüglicher Bogenschütze; überhaupt waren unsere biblischen Vorväter grosse Bogenschützen; ein Beweis, wie sehr körperliche Übungen von ihnen gepflegt wurden. Schwimmen und Wettrennen, Schleudern, Stemmen von Steinen mit der rechten und der linken Hand, Scheiben- und Bogenschiessen, Ringen, Springen, Jagen und Ballschlagen waren gleicherweise bei unseren Ahnen bekannt und beigebt. Mit der Verbreitung des Qriechentums unter den Juden wurden auch bei diesen die gymnastischen Spiele öffentlich eingeführt. Den ersten Versuch machte Menelausder Bruder des Hohenpriesters Jason, welcher ein Gymnasion in der Nähe des Tempels in Jerusalem bauen liess, \v<> Männer und Knaben unter Aufsicht eines Lehrers Übungen machten. Schon damals aber widersetzten sich die Orthodoxen den gymnastischen Übungen, weil sie nackt ausgeübt wurden 16). Trotzdem kamen sie eine Zeitlang zu solcher Blüte, dass sich selbst die Priester damit abgaben und ihre geistige Beschäftigung vernachlässigten. Einige Rabbiner, unter ihnen der Patriarch üamliel IL, betrachteten die Oymnastik als einen Teil griechischer Weisheit und lernten den Wert der Qymnastik für die plastische Entwicklung der jüdischen Jugend schätzen. Qamliel begünstigte die Einführung von Gymnasien auch deshalb, weil er sagte, dass die Gymnastik die Juden für ihren Verkehr mit den anderen Völkern vorbereite und stähle "). Im Ausgange des Altertums, gegen das Jahr 400, beschäftigten sich sogar jüdische Frauen mit körperlichen Übungen, hauptsächlich mit Ballspielen. Die Juden von Spanien und Italien nahmen sogar an Turnieren teil. Dass das Turnieren den Beifall vieler Rabbiner erregte, wird durch wiederholte Hinweise bestätigt, die man in der rabbinischen Literatur findet. Im Mittelalter, wo die Juden so verfolgt wurden, vernachlässigten sie natürlich körperliche Übungen, aber gegen Ende des 18. Jahrhunderts traten Turnübungen und Sport unter den Juden wieder hervor. Dio Neuzeit. Jedoch den richtigen Wert des Turnens für uns Juden erkannte man erst in Deutschland, von wo das jetzige Turnen ja überhaupt stammt und von wo auch die jüdische Turnbewegung ausging. Deutschland. Diese umfasst jetzt in ganz Deutschland im Verbände der jüdischen Turnerschaft 16 Vereine mit 1215 Mitgliedern und 1500 Zöglingen. Ausserhalb des Verbandes gibt es in Deutschland 5 jüdische Turnvereine. Jüdische Sportsvereinc gibts momentan noch nicht in Deutschland, wofür der Hauptgrund bisher die Abneigung gegen den Sport innerhalb der jüdischen Turnerschaft gewesen ist, die ihn im Gegenteil fördern sollte. In den bestehenden nichtjiidischen Ruder- und Sportvereinen sind unter den Mitgliedern wenitf Juden, da diese fast Uberall ausgeschlossen sind. Von jüdischen Studenten-Turnvereinen gibt es nur einen, in Kothen. Dagegen turnen vom Bund jüdischer Korporationen in Verbindungen mit ca. 520 Mitgliedern etwa 95 pCt., während 65 pCt. fechten. Vom Kartell zionistischer Vereine mit drei Verbindungen und 65 Mitgliedern turnen nur 10 pCt., dagegen fechten 100 pCt. Im Kartellkonvent, d. h. in den 5 Vereinen deutscher Studenten jüdischen Glaubens mit etwa 100 Mitgliedern, fechten ") II. Buch der Makkabäer, 4,11 ff. r 1Ä) lewish Encyklopädie Bd. I, Kap. 2. 17) Jewish Encyklopädie, daselbst.

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