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Jüdische Turnzeitung · 1907-07-01 · 7 (7.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
7 (7.1907)
Date
1907-07-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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No. 7 121 Juden Christen 1895 in Deutschland......7,76 10,66 1893 in Oesterreich...... 3,53 4,54. In Russland nimmt man auch junge Leute mit ungenügendem Masse, d. h. schwächliche und daher auch militäruntaugliche. Trotzdem kann man dort nicht die nötige Anzahl finden, um die Kasernen zu füllen, da die überwiegende Menge wirklich krank ist. Dr. Fishberg7) sagt über die Juden der Ostseite von New-York: »Physisch scheinen die Juden fast hinter der ganzen übrigen Bevölkerung New-Yorks zurückzustehen, ihr Durchschnittswuchs beträgt 5 Fuss 3 Zoll, sie sind also vielleicht mit Ausnahme der Ungarn die kleinsten Europäer. Ihre schmale Brust, ihre Magerkeit und häufige Anaemie gibt ihnen das Aussehen eines schwächlichen Volkes". Nach diesen Darlegungen erhebt sich die Frage: II. Welches sind die Ursachen dieses körperlichen Verfalls und welches die Mittel zur Abhilfe? Unter jahrhundertlangem Zwange im Exil, unter den ungünstigen D*s ^««o. sozialen Verhältnissen haben sich schwere Krankheiten unserer bemächtigt. Soziale und hygienische Missstände während langer Zeiten bedingten naturgemäss eine Beeinträchtigung und Verkümmerung unserer körperlichen Entwicklung, wie Nordau sagt. „In der Enge der Judenstrasse verlernten unsere armen Glieder sich fröhlich zu regen. Im Dämmern ihrer sonnelosen Häuser gewöhnten die Augen sich ein scheues Blinzeln an. In der Angst der beständigen Verfolgung erlosch die Kraft unserer Stimme zu einem bangen '"lüstern." In diesem Sinne möchte ich zusammenfassend betonen: Der Rückgang der Bevölkerung, dieselben Krankheiten unter ostwie westeuropäischen 'uden, ferner kleine Sterblichkeit, dafür aber auch kleine Geburtenziffer, das geringe Mass an Körpergrösse und Brustumfang, der grosse Prozentsatz der Kranken und Gebrechlichen, speziell der Geisteskranken, die geringe Muskulatur, die schlecht entwickelten Atmungsorgane und das schwache Knochensystem, die dadurch bedingte geringere physische Arbeitsleistung, d a s a 11 e s 'stdasResultatunsererDaseinsbedingungenvomMittelalter an bis in die Neuzeit hinein. Der gröSste Teil der Juden ist heute im Handel tätig, z. B. in Preussen Handel. s5 pCt., und die Verhältnisse in anderen Ländern sind ebenso. In Russland sind allein am Qetreidehandel") 43,8 pCt. Juden beteiligt. In Rumänien Wlden die Juden fast den vierten Teil aller Kaufleute; meist treiben sie Kleinhandel in recht schlechter wirtschaftlicher Lage. Nicht besser ist die Verteilung der Berufe unter den östlichen Juden in England und Amerika. Diese elenden Eingewanderten gehen den gesundheitsschädlichen Gewerben "ach. Unter den einzelnen Erwerbszweigen in England nimmt die Schneiderei, ('ie hausindustrielle Konfektion eine dominierende Stellung unter den Juden ^ii0). Nicht weniger als 41,8 pCt. aller Männer und 54 pCt. aller Frauen sind in diesem Oewerbe tätig. Auch in Amerika liegt die ganze Bekleidungsindustrie in den Händen der Juden. Ein anderer Hauptteil der Judenheit Ak»demi»che Widmet sich den akademischen Berufen, so z. B. sind von den in Preussen Berufe. *) Maurice Fishberg »Die Gesundheitszustände der eingewanderten Judischen Bevölkerung New-Vorks.« 1904. 8) Ruppin „Die sozialen Verhältnisse der Juden in Russland.« Jüd. Verlag 1906. 9) O. Halpern »Die jüdische Einwanderungsbeyölkerung Londons".

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