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Jüdische Turnzeitung · 1907-07-01 · 7 (7.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
7 (7.1907)
Date
1907-07-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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No. 7 im Osten und in ihren Zufluchtstätten '). In seiner Ansprache auf dem II. Turntage vor zwei Jahren sagte das unser derzeitiger verehrter Vorsitzender der Jüdischen Turnerschaft Herr Dr. Tuch: „Wir wollen heute den Schwur erneuern, den wir alle geleistet haben, als wir die Jüdische Turnerschaft schufen, immer für köip^. liehe liebung des jüdischen Volkes einzutreten und den Weg zur Weiterverbreitung des Turnens anzubahnen.'- Über dieses Thema, meine Herren, über die physische Beschaffenheit der Juden, über den Stand der Turnbewegung, über die Möglichkeit der Weiterverbreitung in den einzelnen Ländern, und unsere Stellung zu anderen Organisationen, werde ich mich bemühen kurz und sachlich zu sprechen. Ich glaube auf Grund meiner persönlich gesammelten Erfahrungen und durch genaues Studium eines umfangreichen Materials in der Lage zu sein, diese hochwichtige Frage zu behandeln. Indem ich Sie noch auf meine Antrage, welche ich zum Schlüsse meiner Ausführungen dem verehrl. Delegiertentage zur Annahme empfehlen werde, hinweise, wird es jetzt mein Erstes sein, den Beweis zu führen, dass körperliche Übungen gerade unter uns Juden am allernotwendigsten sind, und dieser Beweis führt mich zu der ersten wichtigen Frage: 1. Wie ist das jüdische Volk körperlich beschaffen? Wir waren ein Volk von unglaublicher Kraft und zäher Ausdauer. Das beweist am besten unsere Geschichte, die von unseren Kriegen und Helden erzählt, das beweist heute unsere Existenz trotz unseres Jahrtausend langen harten Golus. Wir haben unsere Unterdrücker überlebt. Allein wir dürfen uns keiner Täuschung hingeben. Wie stehen wir heute da? Ein Blick in die Gegenwart — und jeder unbefangene Beurteiler, der den gegenwärtigen Zustand unseres Stammes mit offenen Augen betrachtet, wird erkennen, dass unter anderem eines seiner traurigsten Merkmale die physische Degeneration ist. Rockrang der Trotz der in der letzten Zeit aufgetauchten Optimisten, die in der ^vä'kmmg'' gegenwärtigen Lage der Juden keinen physischen Rückgang erblicken wolle"' beweist doch die physische Konstitution der Juden in den einzelnen Ländern, mit besonderer Berücksichtigung der Krankheitsverhältnisse, gerade das Gegenteil. Selbst in den westlichen Ländern, wo doch die sozial-ökonomische Lage der Juden den osteuropäischen gegenüber als die günstigere zu bezeichnen ist, sieht man den steten Rückgang der jüdischen Bevölkerung vor Augen, in mancher Hinsicht noch viel schlimmer als bei den Juden des Ostens, bei denen die Geburtziffer eine viel grössere ist. Die natürliche Zunahme der jüdischen Bevölkerung2) betrug in Preussen auf ie 10°" Personen: bei Juden.......4,52 „ Andersgläubigen . . . 14,57. In den letzten 30 Jahren ist die Zahl der Juden in Deutschland imi»er mehr zurückgegangen. Ihr Anteil zur Gesamtbevölkerung war im Jahre 1870 ...... 1,25 pCt. „ „ 1900 ...... 1,04 „ Ebenso ist die Zahl in den Niederlanden zurückgegangen, obwohl in beide" Ländern keine erhebliche Auswanderung zu verzeichnen ist. , sSrtHchktli. Wenn wir auch konstatieren müssen, dass die Sterblichkeit bei aeu i) Jüd. Turnztg. 05. Nr. 5 6 S;79. ") Ruppin „Die Jud. d. Gegenwart» 1904.

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