Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 7 (7.1907)
- Date
- 1907-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4921092-5965113-5965264--1914-4924750- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
No. 7 Aber in uns blieb, unverwischbar, unauslöschlich von Deinem Traum ein Bild, von Deinem goldenen Freiheitstraume. Unbändig und ewig Dein Freiheitssehnen. Und klares Wissen, allmächtiges Bewusstsein in unserer Brust Deiner beglückenden Erbschaft. Hier stehen wir vor Dir, Deine Jünger und Söhne. Und in uns brennt ein Schwur: Zu vollenden Dein Werk, Zu werden wie Du, Zu erzeugen Menschen aus uns in Deinem Bilde in Schönheit und Stärke. So wird Dein Traum wieder auferstehen und Dein Volk im goldenen Glücke wandeln. Das schwören wir. Und so gehen wir von Dir. Aufleuchtenden Auges, nicht qualgebeugt. Ohne Klage und Träne, dass Du nicht mehr bist, Jubelnd: Du warst!" Der dritte Jüdische Cumtag. (Fortsetzung der Verhandlungsberichte.) Es folgen nun die Referate, deren erstes von Isidor Wolff-Berlin ohne Zweifel den Höhepunkt der ganzen Tagung bedeutete. Die hochinteressante, auf reiches wissenschaftliches und statistisches Material gestützte, sowie durch praktische vorbereitende Schritte in ihrer Bedeutung noch erhöhte Rede machte auf a'le Teilnehmer grossen Eindruck. Wir geben diese Rede, die ihres Umfanges wegen auf dem Turntage selbst nur in ihrem zweiten Teile zum Vortrag kommen konnte, hier in ihrem genauen Wortlaute aus dem uns zur Verfügung gestellten Manuskripte wieder*): Die Verbreitung des Turnens unter den Juden. Sehr geehrte Tunitagsdelegierte! Als Delegierter des ersten jüdischen Turnvereins, der sich die Ehre Einigung, zusehreiben darf, den ersten praktischen Versuch gemacht zu haben, die jüdische Turnbewegung ins Leben zu rufen, werde ich mir gestatten, über das Hauptziel unserer Bestrebungen, über die Weiterverbreitung des Turnwesens unter der gesamten Judenheit zu referieren, und bitte ich Sie, wenn durch meine umfangreichen Ausführungen Ihre Geduld etwas langer in Anspruch nehmen werde, mir Ihre gütige Aufmerksamkeit zu schenken. Es dürfte Ihnen ja Allen bekannt sein, was unser Hauptbestreben war, "'s wir vor ca. 8 Jahren auf eine Anregung meine*»grossen Landsmannes f'of. Dr. Mandelstamm, Kiew, hin, während desHVj Zionisten-Kongresses l'ie jüdische Turnbewegung gründeten. Wir wortTen das Turnen denen '"'ingen, die dessen am meisten bedürfen: unseren Brüdern und Schwestern *) Das Referat wird auch gesondert als Broschüre erscheinen.