Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 6 (6.1907)
- Date
- 1907-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
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106 No. 6 sommerlichen TurnbetHebes stehen Spiele und Turnfahrten. Erstere pflegen wir eifrig auf unserm eigenen Spielplatz am Restaurant Waldidyll in Reinickendorf-West, Scharnweberstr. 114-115. Turnfahrten unternahmen wir am 9. Juni mit den Manner-Abteilungen von Straussberg nach der westlichen Seeenkette des Blumentals, mit den Frauen-Abteilungen nach Kloster Chorin, mit der Lehrlings-Abteilung nach Tiefensee. Einen Nachmittagsausflug machte unsere Madchen-Abteilung am 10. Juni nach Niederschönhausen. Anzeige: Nacht- und Tagesturnfahrt am Sonnabend, den 6. und Sonntag, den 7. Juli. Treffpunkt: Alexanderplatz, Berolina, abends '/210 Uhr. Fahrt nach Königswuslerhausen, Marsch nach Pütz (Nachtquartier), dann durch die Duberow nach Kl. Köris (Mittagsrast), Gr. Köris. Tomow's Idyll, Teupitz, zurück nach Gr. Köris, von dort Rückfahrt nach Berlin. Offizielle Anzeige. Juli-Abteilungs-Versammlungen: I. Männer-Abteilung: Donnerstag, 11. Juli bei Wittner, Münzslr. 8 II. „ Montag, 8. „ auf dem Turnboden III. „ Sonnabend, 13. „ bei Rosenberg IV. „ Dienstag, 9. „ auf dem Turnboden f. Frauen-Abteilung: Montag, 8. „ „ „ II. ., „ 8. „ bei Lewinski III. „ Mittwoch, 10. „ auf dem Turnboden. Die ordentliche Hauptversammlung findet am Mittwoch, den 17. J u 1 i a be nd s 9 U hr im R e s t a u r a n t W i 11 n er, MUnzstr.8, statt mit der Tagesordnung: Berichte und Antröge. Besondere Einladungen ergehen nicht. Das Turnen in den bez. Abteilungen fällt aus. Der Hauptschriftführer: Erich Burin. Köln, 8. Mai. 5. Stiftungsfest des Jüdischen Turnvereins. Das war ein Abend, wie wir ihn selten erlebt haben. So echt jüdisch, so ungewohnt selbstbewusst, nichts Gekünsteltes und nichts Erheucheltes. Viele Besucher des Festes kamen zum ersten Male, um zu sehen, was eigentlich dieser vielgelästerte jüdische Turnverein treibe, ob es sich denn lohne, von ihm überhaupt so viel Aufhebens zu machen. Es war ein Ehrenabend für den Verein. Der Vorstand und die Repräsentanz der jüdischen Gemeinde sandten ihre Vertreter, ebenso waren erschienen Herr Rabbiner Dr. Rosenthal — Herr Rabbiner Dr. Frank Hess sich entschuldigen — ferner der Präsident des zionistischen Aktions-Komitees Herr David Wolffsohn, ausserdem Hess es sich die Jüdische Turnerschaft nicht nehmen, ihren Vorsitzenden Herrn Theobald Scholem aus Berlin nach Köln zu entsenden, um sich von den Leistungen und dem Können des Jüdischen Turnvereins persönlich zu Uberzeugen. Die Festrede hielt Herr Scholem, der in kurzen, kernigen Worten die Zwecke und Ziele der jüdischen Turnvereine erläuterte und die Aufforderung an die Turner richtete, fest und treu zur jüdischen Turnsache zu halten. — Und nun zum Turnen 1 Es waren hervorragende Leistungen, die wir da gesehen und der verdienstvolle Turnleiter, der fünf volle Jahre unentwegt auf den Posten stand, der von allen Mitgliedern so sehr verehrte und geschätzte Herr Heinrich Meyer kann stolz sein auf seine Arbeit, denn sie war nicht fruchtlos. Am Barren, am Reck und am Pferd waren die Uebungen gleich vorzüglich, nicht minder die exakt ausgeführten Freiübungen. War schon beim Turnen der Herrenriegen die Stimmung der Anwesenden eine sehr gehobene, so steigerte sich der Beifall fast zum Jubel, als die Damenriege in ihren schmucken Kostümen antrat und die geradezu musterhaften Turnübungen ausführte. war eine Freude anzusehen, wie das Turnen auf das anwesende, festlic" gestimmte Publikum wirkte. Natürlich wirkte es doppelt, weil da <»e