Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 6 (6.1907)
- Date
- 1907-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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98 No. 6 Hierauf erhält Verbandsturnwart Dr. Richard Blum das Wort zu seinem Turnbericht, in dem er die fortschreitende Entwicklung und Hebung des turnerischen Niveaus der Verbandsvereine erweist, wofür als Probe das glänzende Verbandsschauturnen hatte dienen können. Immerhin war zur Kritik und Klage Raum genug. Für Anregungen zum Besseren verweist er auf die kommenden Spezialreferate und Debatten. In der an diese Berichte sich anschliessenden Diskussion ergreifen Freudmann-Graz, Hirsch-Berlin, Dr. Werner-Wien, Pollak-Wien, Meyer-Köln das Wort. Es wird über die geringe Tätigkeit des Ausschusses in der letzten Zeit geklagt. Um ein regeres Zusammenwirken und gegenseitige Förderung der Verbandsvereine herbeizuführen, regt Meyer-Köln unter dem Beifall des Turntages an: Benachbarte, insbesondere die grösseren Vereine mögen zu den kleineren bei Stiftungsfesten und sonstigen Veranstaltungen zur Unterstützung der turnerischen Darbietungen bessere Turner entsenden. Auf Antrag Dr. Israel Auerbach-Berlin wird die Diskussion über die bisherigen Berichte vorläufig abgebrochen, und erst mit weiteren Berichten fortgefahren. Es folgt der Bericht über die Obmannschaft aus dem Munde ihres Vorsitzenden Dr. Ludwig Werner - Wien. Er gelangt zu dem Schlüsse, dass ein erheblicher Teil der Tätigkeit des Ausschusses aus Anregungen der Obmannschaft, insbesondere der lelztjahrigen Präger Tagung entsprungen ist; er regt jedoch an, eine neue Gestaltung der Obmannschaft zu erwägen, etwa in dem Sinne, dass deren Tagungen nur alle zwei Jahre zwischen je zwei Verbandsturntagen stattfinden sollten. Detaillierte Vorschläge wären aber erst vorzubereiten und zur öffentlichen Diskussion zu stellen. Bassfreund - Berlin gibt einen eingehenden Überblick über die geschäftliche Entwicklung der Turnzeltuna. „Neben der Pflege aller turnerischen Interessen erfordert die wirtschaftliche Förderung unserer Zeitung die grösste Aufmerksamkeit. Die Organisation unserer Zeitschrift beruht wie überall auf rein kaufmännischer Grundlage, d. h., die Verwaltung muss bemüht sein, möglichst hohen Gewinn zu erzielen, um über die Deckung der eigenen Geldbcdfirfnissc hinaus noch Überschüsse zu erzielen. Die Haupteinnahmequellc bildet naturgemäss die Erwerbung von Annoncen ui.d Abonnenten. An und für sich steht die Geschäftswelt den Zeitschriften bezüglich der Bestellungen von Reklame-Annoncen sehr skeptisch gegenüber, weil die Aussicht auf Rentabilität derselben bei der gegenüber den Tageszeitungen doch sehr beschränkten Aullage eine entsprechend geringere ist. Dieses Misstrauen tritt bei Zeitschriften unserer Art in noch verstärkterem Masse auf. Um so mehr ist die Geschäftsleitung unserer Zeitung auf die direkte oder indirekte Mitarbeit aller Leser, zur Hauptsache also aller Vereinsmitglieder angewiesen, und zwar kann diese Mitarbeit mit leichter Mühe durchgeführt werden, wenn nur jeder einzelne es sich klar macht, auf welche Punkte es hierbei ankommt. Unsere Leser können indirekt die Rentabilität der Annoncen dadurch herbeiführen, dass sie alle ihre persönlichen Bedürfnisse und Anschaffungen für die Einzclvereine bei unseren Inserenten decken und ausdrücklich auf die Turnzeitung Bezug nehmen. Auch ist es wünschenswert, wenn die bei den Einkäufen empfangenen Cassa-Bous gesammelt und von Zeit zu Zeit der Geschäftsstelle zwecks Rentabilitälsnachweisung der Inserate eingesandt würden. Wir niussten leider die Erfahrung machen, dass unserm regelmässig wiederholten Ersuchen um Beachtung dieser wichtigen Punkte nur ganz ungenügend entsprochen wurde.