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Jüdische Turnzeitung · 1907-06-01 · 6 (6.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
6 (6.1907)
Date
1907-06-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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No. 6 97 An Versuchen und Bemühungen, jüdische Turnvereine zu gründen, hat es nicht gefehlt. Sie waren auch teilweise von Erfolg. Leider haben die Behörden mehrfach die Gründung mit allen Mitteln zu bekämpfen gesucht. Das Verhalten der Stadtbehörden in Königsberg i. Pr. ist in der Turnzeitung beleuchtet worden. Auch in Budapest hat die Behörde den neugegründeten Verein nicht bestätigt. Sehr bedauerlich ist das Vorgehen der Logen in München, die den Jiid. Turn-Verein schliesslich zur Auflösung genötigt haben. Betrachten wir die hinter uns liegende Zeit, so können wir nicht von grossen Erfolgen sprechen. Wir haben an Zahl massig zugenommen, aber das bedeutet bei den grossen Schwierigkeiten,., die uns leider oftmals gerade von jüdischer Seite in den Weg gestellt werden, schon viel. Wir haben feststellen können, dass eine gerechte Würdigung und Beurteilung unserer Bestrebungen sich allmählich Bahn bricht. Langsam, aber sicher geht es vorwärts. Die Konsolidierung unserer Vereine hat erfreuliche Fortschritte gemacht. Unser Verband ist innerlich kräftig geworden. Darum können wir mit Vertrauen der Zukunft entgegen sehen." (Lebhafter Beifall.) Alsdann erstattet Frl. E g e r den Kassenbericht an der Hand der vorliegenden Übersicht, die sie durch Berücksichtigung der nachträglichen Eingänge ergänzt. Aus der Bilanz der Jüdischen Turnerschaft für die Zeit vom zweiten bis dritten Turntag sind die Einnahmen und Ausgaben ersichtlich. Die Einnahmen setzen sich aus den Beiträgen zum Fonds und den Vereinsbeiträgen zusammen. Fondsbeiträge sind seit einem Jahre fast gar nicht eingegangen und wir wiederholen unser schon oft gestelltes Ersuchen, bei Stiftungsfesten und sämtlichen anderen Vereins-Festlichkeiten den vereinnahmten Überschuss regelmässig an den Verbandsfonds abzuführen. Die Vereinsbeiträge sind nach § 16 des Verbandsstatutus im ersten Monat eines jeden Quartals im voraus zahlbar, und zwar monatlich 10 Pfennig für jedes Mitglied. Diese Bestimmung ist von den allermeisten Vereinen nicht beachtet worden. Die Beiträge werden unregelmässig und in geringer Höhe eingeschickt, und es bedarf oft wiederholter Aufforderung an die Vereine, ehe die fälligen Gelder eingehen. Da nun die Turnzeitung für jedes zur Turnerschaft gehörige Mitglied 20 Pfg. erhält, so war es nicht möglich, die betr. Summe von den eingegangenen Vereinsbeiträgen zu bezahlen; vielmehr musste ein Teil der Gelder dem Fonds entnommen werden, die erst bei Eingang der jetzt noch bestehenden Aussenstände in Höhe von 1072 Mk. ausgeglichen werden können. Ich möchte an dieser Stelle die Aufforderung wiederholen, von nun an auch ohne besondere Mahnung die fälligen Vereins-Beiträge an den Verbands-Kassenführerzu überweisen und eine Veränderung der Mitgliederzahl diesem sofort mitzuteilen. Bilanz der Jüdischen Turnerschaft. Vom 15. April 1905 bis 15. Mai 1907. _ 3,31 M. Einnahme. 15.4.1906. An Kassen-Bestand ....... 1905-07. An Beiträge z. Fonds...... 1262,94 „ 1905-07. An Vereinsbeiträge ......2168,01 „ 3434,26 M. Ausgabe. 2.5.1905. Per Rückzahlung Hirsch......10,-M. 1905—07. Per Turnzeitung 2145,46 „ „ „ Drucks, u. Spesen...... 201,05 „ 1905—07. Per Porti. . . 136,82 „ „ „ Propaganda 270,53 » „ „ Obmannschaftstag ..... 166,85 „ 1905- 07. Per Kassen- Bestand ...... 503,55 „ 3434,26 M.

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