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Jüdische Turnzeitung · 1907-05-01 · 5 (5.1907) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
5 (5.1907)
Date
1907-05-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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78 No. 5 Wunsch des Statistikers, dass bei allen derartigen Unternehmungen zugleich anthropologische Untersuchungen angestellt werden möchten. Denn wenn auch schon das kleine hier gebotene Zahlenmaterial schätzbare Aufschlüsse gewahrt, so würden zahlreiche, fortgesetzte Beobachtungen eine wertvolle Basis für das Studium der biologischen Eigentümlichkeiten der Juden abgeben. München. Ch. Wassermann. Gerätturnen. Von Turnlehrer Erich Burin. (Fortsetzung.) Die Arbeit des Körpers vollzieht sich zwar nach bestimmten allgemeinen Gesetzen, denen der geschulte Athlet, der bewusst die Erschlaffungsgrenze hinausdrängt, ebenso unterworfen ist, wie der Spaziergänger, den die Freude am Naturgenuss zu ungewohnter Kraftproduktion leitet; sie darf aber, und das ist gegenüber einer gewissen Sportsrichtung zu betonen, nicht zum Dogma ausarten, das man annimmt mit der Aussicht auf möglichst grossen Muskelprofit oder weil es einen erstrebenswerten Typ hervorgebracht hat. Es liegt in dem Werben eines jeden Systems die Forderung der vorbehaltlosen Unterordnung, und wenn der treibende Zweck nicht die Pflege, sondern das Resultat ist, so besteht die Gefahr des Nivellierens. Ein Ergebnis soll schon in der Arbeltsform erzielt werden; das ist in der Körperkultur ein durchaus notwendiges Motiv, dem sittliche und selbst ideale Eigenschaften anhaften, ohne das auch die Auwendung jeder Methode unmöglich wäre. Sobald aber die einseilige Ausbildung zu hohen Spezialleistungen nur die Erreichung oder den Bruch eines Rekords verfolgt, sobald die gesunde Konkurrenz zur fieberhaften Sucht nach künstlicher Erhöhung und Ausbeutung natürlicher Fähigkeiten wird, geschieht sie auf Kosten geistiger Instinkte, die eine Schädigung der Entwickelung körperlicher Anlagen bedeuten und nicht in das Gebiet der Leibesübungen hineingehören. Auf den Erfolg konzentriert sich der Sport derart, dass Rücksicht auf individuellen Fortschritt nicht genommen werden kann; die Anpassungsfähigkeit wird von dem Ausübenden vorausgesetzt, nicht von dem System, das als Hauptnorm den Training enthält Seine Anwendung gilt nur für Völker, die Generationen musterhafter Körperkultur hinter sich haben und an der Jahrhunderte alten Kraft eines landsässigen Bauernstandes zehren können. Sollen durch den Einzelnen neue phssische Werte für die Gesamtheit geschaffen werden, so muss ihm die volle Möglichkeit geboten sein, selbst die Übungen zu wählen, denen seine Körperstruktur auf jeder Stufe gewachsen ist, die ihm die individuelle geistige Anregung geben, die ihm, kurz gesagt, behagen. Hier setzt der Wert des Turnens ein, vermittelnd in den mannigfachen Phasen der Geratübungen. Zunächst sei die Frage aufgeworfen, ob der Sport bedingt für die körperllche Renaissance verwendbar und zulässig ist. Er stellt sich Höchst-

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