Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 1 (1.1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 13 Der I. Wiener Jüdische Turnverein veranstaltet zugunsten seines Turnhallenbaufonds am Sonntag, den 3. Februar 1907, y2 3 Uhr nachmittags eine Matinee im Etablissement Ronacher, bei welcher das Abendprogramm unter Mitwirkung des Künstlerpaares Zwerenz- G u 11 m a n n zur Aufführung gelangt. Hielltz-Biala. Jüdischer Turnverein. Das achte Stiftungsfest versammelte am Silvesterabende im Adlersaale ein zahlreiches Publikum. Herr Obmann-Stellv. Professor Dr. Werner begrüsste die Erschienenen und besprach die aufsteigende Entwicklung des Vereins, ohne die Schwierigkeiten zu verschweigen, die hauptsachlich in dem starkwechselnden Material der Jungmannschaft und dem ganz unzureichenden Turnsaale der Schule in der Ciselastrasse liegen. Mit der Aufforderung an dio Anwesenden, die noch herrschenden Vorurteile über den Verein beseitigen zu helfen, schloss er seine Ansprache. Nach Absingung des Turnerliedes folgten die Freiübungen der Jungmannschaft, die sich diesmal in weissem Turnkleide mit blauer Schärpe besonders stattlich ausnahm und ihre Aufgabe vollendet durchführte. Eine zwar kleine, aber wohlgeschulte Reckriege rief sodann mit einzelnen Leistungen Bewunderung hervor. Den schönsten Eindruck machte das Keulenschwingen der Mädchenriege. Die jugendlichen Gestalten in den lichten Kleidern boten, wie sie nach dem Takte eines Walzers die silbern schimmernden Keulen schwangen und von bunt wechselndem Lichte bestrahlt wurden, einen prächtigen Anblick. Den Höhepunkt der turnerischen Darbietungen erreichte das Fest mit den Leiterpyramiden, die an Zahl und Gewandtheit der Mitwirkenden frühere Leistungen des Turnvereins übertrafen und ihm wohlverdiente Ehren brachten. Mit diesen turnerischen Vorführungen wechselten musikalische und humoristische Nummern ab, den Schluss bildete der Tanz. — Das Fest war ein ganzer Erfolg; wir hatten ca. 600 Gaste und 300 Kronen Reinertrag. Konstantinopel. „Le Moniteur Oriental" bringt in seiner Nummer vom 9. Januar unter dem Titel „Israelitischer Turnverein" eine lange Notiz, der folgendes Wesentliche entnommen sei: „Der sportlich - artistische Abend, den der I. T.-V. am Samstag veranstaltete, hatte In diesem Jahre einen ganz besonderen Erfolg. Alle Sportvereine Konstantinopels waren vertreten, und kein Turnlehrer fehlte. Das Schauspiel eröffnete eine Pyramyde, gestellt von 20 sechs- bis zwölfjährigen Knaben. Dann folgten „Karneval-Übungen", ausgearbeitet von M. H. Abraham, die ebenso amüsant, wie kompliziert und schwierig waren und ohne den geringsten Zwischenfall verliefen. Die Reck- und Barren-Übungen der Mönnerriege und der Knabenabteilung zeigten die Überlegenheit des Israelitischen Turnvereins Uber alle anderen unserer Stadt. Ein griechisch-römischer Ringkampf — als Intermezzo — erheiterte das Publikum auf ein Viertelstündchen. Die zwei jüngsten „Athleten" des Vereins, Samy Baumgarten (7 Jahre) und Richard Ludwigsohn (8 Jahre) waren diesmal die Helden. Die Madchenabteilung unter Leitung der Turnlehrerin, Frl. Weissenberg, verdient alle Achtung; ihre Stab- und Keulen-Übungen waren vorzüglich. — Gemischte Chöre und ein Theater-