Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 8 (1907)
- Issue
- 1 (1.1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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14 No. 1 stück vervollständigten im übrigen das Programm. - Das Ganze verlief glänzend, auch die Kasse hat sehr gut abgeschnitten. Besten Erfolg fürs nächste Jahr!" Bücherschau. Liederbuch für Turner. Zusammengestellt vom Männer-Turnverein „Germania", Brandenburg-Havel, Druck und Verlag von Ad. Alterthum, Brandenburg-Havel. Preis 15 Pfennig. Das neue Turnliederbuch verdankt sein Erscheinen dem Mangel eines grossen deutlichen Druckes bei seinen Vorläufern, wie die Ankündigung des Verlages besagt. Wenn das genügt, ihm Existenzberechtigung zu verleihen, so sei's darum. Andere positive Eigenart besitzt es nicht. Das verwendete Liedermaterial sinkt nirgends unter poetisches Mittelgut herab, aber die völlig prinziplose Aufreihung von Nummern heterogenster Art erweckt eher den Eindruck einer Zusammenwürflung, als bewusster Ordnung. Von völkisch-psychologischem Interesse mag einmal sein, die verschiedenen Wesenselemente zu prüfen, aus denen ein solches deusches Turnliederbuch sich aufbaut, und sie auf ihre feineren Eigenheiten zu analysieren. Hier sei nur festgestellt, dass neben einigen Liedern allgemeiner Art über die Freude, die Natur und das menschliche Leben, in der vorliegenden Sammlung 26 Volkslieder (meist Uber die Liebe) 26 patriotische Hymnen, 16 Trinklieder, nur 14 eigentliche Turnlieder und etwa ebensoviele Wandergesänge sich zusammenfinden. In den einzelnen Stücken sind diese Charakteristika auch oft vereinigt anzutreffen: so enthalten die Turnerstrophen fast durchgängig Wendungen patriotischer Art, die häufig auch die Natur- und Wanderlieder durchziehen; und auf der anderen Seite geht es in den nationalen Liedern auch selten ohne Wein-, Weib- und Gesang- Verse ab. Wir nationale Juden gerieten da begreiflicher Weise anfangs ins Dilemma. Einmal galt die viele patriotische Poesie in den Turnliederbüchern nicht etwa nur dem deutschen Land, der deutschen Sprache, Grösse und Einheit, die jedem Bürger der deutschen Marken, gleichviel welchen Stammes, gleichermassen wert sein werden, sondern auch und vornehmllcn der deutschen Art, die wir zwar schätzen, aber keine Ursache zu feiern und zu besingen haben — so wenig das Jemals den Germanen vor der jüdischen Eigenart beifällt. Uns konnte die „deutsche Treue" ebensowenig als ausschliessliches Eigentum der christlichgermanischen Wesenheit erscheinen, wie die „deutsche Frau" ■«* absolutes Ideal des Ewig-Weiblichen gelten. Man verstehe nicht falsch: stolzes Bewustsein des Eigenen als des Werten und Geliebten 's uns natürlich; aber eine den Widerspruch herausfordernde chauvinistische Götzenanbetung fällt auf die Nerven. Und Im Munde des Juden haben diese deutschtümelnd - verhimmelnden Verse noch einen besonder bitteren Beigeschmack; da klingen sie unaufrichtig, kriecherisch oder den Angesungenen selber lachhaft. Zum zweiten aber Ist noch de wenigsten unter uns Juden so recht der Sinn für die germanische Alkono -