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Jüdische Turnzeitung · 1907-01-01 · 1 (1.1907) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
8 (1907)
Issue
1 (1.1907)
Date
1907-01-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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8 No. 1 hingen und Vermutungen haben wir nach einer Stunde die Hälfte des Weges zurückgelegt, als wir an eine Lichtung gelangen. Welch herrlicher, imposanter Ausblick bietet sich uns dar! So gewaltig auch die Phantasie eines jeden von uns gewesen sein mag, die Natur übertrifft doch selbst ihre kühnsten Gebilde. Ein herrliches Panorama, eine echte märchenhafte Winterstimmung! Noch echter aber ist unsere Rodelstimmung, denn alles drängt vorwärts dem Ziele zu, und so ist nach weiteren dreiviertel Stunden der gewünschte Punkt erreicht. Nach kurzer Rast formieren wir uns, einer hinter dem andern, um in kurzen Zwischenräumen abzufahren. Ein vielstimmiges „Hedad!" ist mein Abfahrts-Signal. Langsam setzt sich die Rode in Bewegung, doch ist des schwachen Gefälles wegen keine Geschwindigkeit herauszubringen. Bald aber wird es anders. Eine kleine Biegung, eine vom Neuschnee gereinigte Stelle, und abwärts schiesst die Rodel Kein Graben, keine Kurve, nichts hemmt meinen Lauf, unaufhaltsam flieg' ich dahin, Gedanken durchschwirren meinen Kopf, Kurve, Graben, Sturz, diese Worte gehen mir nicht aus dem Hirn. Da, kaum gedacht, seh ich die Kurve schon vor meinen Augen. Ich bremse scharf, neige mich auf die linke Seite, um die gewünschte Richtung zu bekommen, und mit einem festen Ruck fahre ich an den Rand der Kurve, welche somit bezwungen ist. Aber weiter geht's mit erhöhter Geschwindigkeit, es kommt Sprung, dann eine steile, kurze Strecke und die zweite Kurve in Sicht. Nun hat die Geschwindigkeit ihren Höhepunkt erreicht, das starke Bremsen treibt mir den Schnee ins Gesicht, dessen ungeachtet habe ich in den nächsten Sekunden auch diese Kurve hinter meinem Rücken. Ich stoppe, um mich nach der Haltung meiner Turnbrüder umzusehen. Sie ist durchweg gut bis auf einige, welche glauben, dass sie eine Kippe mit dem Schlitten schlagen sollen. Nach dem Rodeln geht's zur Erwärmung ins nahe Wirtshaus; hat doch jeder so viel Neuigkeiten von seiner Fahrt zu erzählen, dass es keine bessere Gelegenheit geben kann, als unser gemütliches Beisammensein. Ein jeder Turner ist von der Genugtuung erfüllt, einen angenehmen Tag verbracht zu haben. Darum, Turner, ein Boykott den Cafehäusern an schönen Wintertagen! Hinaus in das Freie, hinein ins Training! Adolf Bergossen. Aus der Jüdischen Turnerwelt. Berlin. J. T.-V. Bar Kochba. Die am 25. Dezember des abgelaufenen Jahres Im herrlichen Saale von Neumann abgehaltene Makkabäerfeler des B. K. hatte ein würdig nationales und zugleich durchaus festfreudiges Gepräge. Die vielen Hunderte unserer Gäste teilten Ernst und Lust mit uns wie eine grosse Familie, und es gilt bereits als Tatsache, dass wir das richtige Zentrum alles dessen, was sich In Berlin jüdischnational nennt, durch unsere Veranstaltungen geschaffen haben. Ein feinsinniger Prolog von Dr. Emil Cohn und die gediegene Festrede von Dr. Blram leiteten den Abend ein. Hinreissende Rezitationen und jüdische,

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